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Warnschild in Zambia: Kenne deinen HIV-Status.

Kondome: Papst schießt erwartetes Eigentor

Die Welt reagiert empört auf Papst Benedikts Aussagen, dass Kondome Afrikas Aids-Problem verschlimmern. Doch lösen würden sie das Problem auch nicht.

"Die Immunschwächekrankheit Aids ist nicht mit Kondomen zu überwinden, im Gegenteil, das verschlimmert nur das Problem." Das ist der Satz, der auf der ganzen Welt Empörung hervorruft. Gesagt hat ihn Papst Benedikt XVI. auf seinem Weg nach Kamerun, wo er seine Afrikareise beginnt, berichtet das ZDF-Magazin heute.

Zwar findet das Thema in den Onlineauftritten der kamerunischen Nachrichtenportalen wie Le Messager und CRTV nicht statt, doch löste die Aussage in Afrika kritische Reaktionen aus. Welt Online zitiert Rebecca Hodes, Mitarbeiterin einer afrikanischen Organisation, die über den Papst sagt, "dass ihm das religiöse Dogma wichtiger ist als das Leben von Afrikanern." Wie dieses Leben aussieht, beschreibt die Tagesschau in einem Beitrag über die Betreuung von HIV-infizierten Kindern in Kenia.

Unter einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die sich des Themas angenommen hat, streiten sich die Leser in den Kommentaren. Die meisten finden die Äußerungen des Papstes gefährlich. Nutzerin Christiane70 schreibt beispielsweise: "Der Papst ist ein Mensch wie jeder andere, Nicht mehr und nicht weniger. Er ist fehlbar. Nur unter dieser Prämisse kann man seine Äußerungen überhaupt ertragen." Klare Worte findet auch die Kolumnistin Ruth Gledhill, die für die britische Times bloggt.

Der Kölner Stadtanzeiger (KSTA) nähert sich der Kritik kritisch. Im Kommentar schreibt der Autor, dass auch Kondome Afrikas Aids-Problem nicht lösen werden. "Medizinische Unterversorgung, Vergewaltigungen und die Macho-Kultur" machen Werbung für Kondome schwer. Trotzdem sei die Aussage, Kondome verschlimmerten das Problem, menschenverachtend. Der KSTA hat Vertreter von Unicef der Weltgesundheitsorganisation nach ihrer Meinung gefragt.

Dass Kondome Afrika nicht retten, sagte auch der Afrikaexperte und Benediktinerchef Notker Wolf gegenüber Welt Online. Das Geld und die Bereitschaft, Kondome zu kaufen, sei in Afrika kaum vorhanden. 

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