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Bei einer Parkinson-Erkrankung werden Botenstoffe im Gehirn nicht korrekt übertragen. Ein Medikament gegen Prostata-Vergrößerung könnte gegen Parkinson helfen. 

Alpha-Blocker Terazosin

Forscher entdecken zufällig Parkinson-Medikament

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Ein Parkinson-Medikament haben Forscher offenbar zufällig entdeckt: Der Alpha-Blocker Terazosin wird eigentlich bei Prostata-Vergrößerungen eingesetzt.

Der Wirkstoff Terazosin wird eigentlich zur Behandlung bei einer gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt. Nun haben Forscher entdeckt, dass dieser Alpha-Blocker wohl noch einen positiven Nebeneffekt auf unsere Hirnzellen haben kann. Demnach kann Terazosin auch helfen, beschädigte Hirnzellen vor dem Zerfall zu bewahren. Und das wiederum könnte dann auch Parkinson-Patienten weiterhelfen. 

Bei Menschen mit einer Parkinson-Erkrankung sterben Hirnzellen ab, die für Bewegung zuständig sind. Wichtige Botenstoffe werden im Gehirn nicht mehr ausreichend gebildet oder korrekt übertragen. In der Folge werden die Bewegungsmöglichkeiten der Patienten zunehmend eingeschränkt und der Körper versteift. Bislang gab es keine Heilungschance bei einer Parkinson-Erkrankung, lediglich die Symptome konnten behandelt werden. 

Medikament könnte gegen Parkinson helfen 

Nun könnte einem internationalen Team von Experten der Universitäten von Iowa und Peking vielleicht ein Durchbruch bei der Behandlung von Parkinson-Patienten gelungen sein. In Tierversuchen konnten die Forscher nachweisen, dass der Alpha-Blocker Terazosin bei Mäusen den Zerfall von Hirnzellen aufhält und somit die Entwicklung der Erkrankung hinauszögert. Die Behandlung war auch dann noch erfolgreich, wenn bei den Tieren bereits die ersten Symptome von Parkinson eingesetzt hatten. 

Terazosin aktiviert nach ersten Erkenntnissen ein Enzym, welches das Absterben von Nervenzellen bremsen oder sogar stoppen kann. Eine ähnlich positive Wirkung wurde auch bei den beiden Alpha-Blocker Doxazosin und Alfuzosin festgestellt. 

Prostata-Medikament hat positive Nebenwirkungen bei Parkinson 

Einige Medikamente enthalten bereits den Wirkstoff Terazosin. So wird der Alpha-Blocker beispielsweise bei gutartigen Prostatavergrößerungen eingesetzt. Die Forscher werteten daher Datenbanken aus, in denen Kliniken und Krankenversicherungen Patientendaten verwalten. Ergebnis: Terazosin konnte wohl zahlreiche Patienten vor dem Ausbruch einer Parkinson-Erkrankung schützen. Bei Menschen, die bereits an Parkinson litten, deutet vieles darauf hin, dass sich zumindest das Fortschreiten der bestehenden Erkrankung verlangsamen ließ. 

Auch wenn momentan vielleicht noch keine vollständige Heilung einer Parkinson-Erkrankung möglich ist: Die Wirkung von Terazosin könnte zumindest den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Der nächste Schritt wäre nun, die präventive Wirkung von Terazosin, Doxazosin und Alfuzosin in einer Studie mit wesentlich größeren Teilnehmerzahlen sowie über einen längeren Beobachtungszeitraum zu untersuchen und auszuwerten. Insbesondere müsste dabei auch analysiert werden, ob eventuell mehr Patienten durch die Nebenwirkungen dieser Alpha-Blocker beeinträchtigt würden, als vor einer Parkinson-Erkrankung geschützt werden können.  

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