Abgeblasene Versteigerung bei Ebay

VW Passat für 1 Euro: Gericht gibt Bieter recht

Karlsruhe - Im Streit um ein zurückgezogenes Auto-Angebot bei  Ebay hat der Bundesgerichtshof dem Bieter recht gegeben. Der Anbieter des Autos muss dem Kläger jetzt über 5000 Euro Schadensersatz bezahlen.

Dieser hat damit Anspruch auf Schadenersatz gegen den Verkäufer wegen der abgebrochenen Versteigerung.

Der Besitzer eines VW Passat hatte seinen Wagen während der schon laufenden Auktion plötzlich nicht mehr versteigern wollen. Er hatte für das Fahrzeug ein Mindestgebot von einem Euro festgesetzt. Einige Stunden später konnte er das Auto aber anderweitig für 4200 Euro verkaufen und zog sein Internet-Angebot daraufhin zurück. Zu dem Zeitpunkt hatte jemand bei der Versteigerung bereits einen Euro auf den Pkw geboten - das bis dahin höchste Gebot.

Der Bieter wollte jetzt Schadenersatz in Höhe des Wertes des Wagens, der auf 5250 Euro beziffert wird. Das Thüringer Oberlandesgericht in Jena hatte ihm recht gegeben: Er habe den Wagen wirksam für einen Euro erworben, hieß es. Dieses Urteil bestätigte der BGH am Mittwoch zunächst ohne Angaben von Gründen.

dpa

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Ebay hat strikte Regeln für Abbruch von Auktionen

Der Online-Marktplatz Ebay setzt enge Grenzen für den Abbruch von Auktionen auf seiner Plattform. Solange es keine Gebote gibt, kann ein Anbieter grundsätzlich die Versteigerung beenden. Danach haben die Verkäufer nur noch wenig Spielraum. Sie können zwar eine Auktion stoppen, müssen dann aber den Artikel an den Höchstbietenden verkaufen. Auch wenn die bisherigen Gebote unter dem gewünschten Mindestpreis liegen, ist das laut Ebay-Regeln keine Rechtfertigung für einen Abbruch einer Auktion.

Eine Ausnahme ist, wenn es dem Verkäufer „unverschuldet unmöglich“ ist, den Artikel dem Käufer zu übergeben. Also etwa wenn er gestohlen oder unverschuldet zerstört oder beschädigt wurde. Außerdem erlaubt Ebay den Abbruch von Auktionen, wenn es wesentliche Fehler bei der Beschreibung des Artikels und bei der Angaben des Start- oder Mindestpreises gab.

Ebay weist ausdrücklich darauf hin, dass Verkäufer nicht zum Abbruch eines Angebots berechtigt sind, wenn sie den Artikel „anderweitig verkaufen, verschenken oder sonst weitergeben“ wollen. Auch wenn man sich zwischenzeitlich einfach gegen den Verkauf entschieden habe, sei das kein Grund. „Insbesondere, wenn aufgrund Ihres Verschuldens die Unmöglichkeit der Vertragsabwicklung eingetreten ist, besteht die Möglichkeit einer Schadensersatzpflicht“, warnt der Konzern.

dpa

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