Passwörter bei LinkedIn geklaut

Berlin - Aufregung bei LinkedIn: Im Internet sind Passwörter zu Profilen des weltgrößten beruflichen Online-Netzwerks und dessen Partnervermittlungsseite eHarmony aufgetaucht.

Das mit weltweit mehr als 150 Millionen Mitgliedern größte berufliche Online-Netzwerk LinkedIn ist Ziel eines Hacker-Angriffs geworden. Dabei wurden Passwörter von Mitgliedern gestohlen. Laut Medienberichten sollen auf einer russischen Webseite nahezu 6,5 Millionen Kennwörter aufgetaucht sein. „Wir können bestätigen, dass einige der gestohlenen Passwörter zu LinkedIn-Profilen gehören“, schrieb LinkedIn-Manager Vicente Silveira in einem Blogeintrag in der Nacht zu Donnerstag. Wie viele Nutzer betroffen sind, teilte Silveira nicht mit. 

Betroffenen Nutzer sollen zudem eine E-Mail von LinkedIn erhalten, in der erklärt wird, wie sie ein neues Passwort erstellen können. LinkedIn betonte, diese E-Mail werde keine Links enthalten. Spammer greifen häufig zu solchen Tricks, um Internetnutzer auf falsche Webseiten zu locken und so ihre Passworte zu erfahren. LinkedIn-Nutzer sollten also nicht auf Links in vermeintlich von dem Online-Netzwerk verschickten E-Mails klicken, da es sich dabei um Betrugsversuche handeln kann. Erst wenn Nutzer den in der ersten E-Mail beschriebenen Schritten folgen, erhalten sie eine zweite Mail mit einem Link zum Zurücksetzen ihres Passworts, schrieb Silveira.

Auch eHarmony bestätigte am Mittwoch, die Passwörter „eines kleinen Teils der Nutzer“ seien gestohlen worden. Es sei unklar, ob die Hacker auch die zugehörigen E-Mail-Adressen erbeutet haben, sagte Graham Cluley, ein Berater bei dem britischen Sicherheitsdienst Sophos. Er halte es allerdings für wahrscheinlich. Er riet Nutzern, ihr Passwort sofort zu ändern.

Die im Internet aufgetauchten Passwörter sollen den Berichten zufolge „gehasht“ sein - das heißt, sie wurden mit einem Algorithmus unkenntlich gemacht. Es ist jedoch keine echte Verschlüsselung, so dass sie mit etwas Aufwand oft wiederhergestellt werden können. Nach einem ersten Eindruck von Experten wie Mikko Hypponen von der Sicherheitssoftware-Firma F-Secure könnten die im Netz aufgetauchten Daten echt sein.

Silveira betonte, das Netzwerk habe zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen eingeführt, die das Knacken von Passwörtern künftig erschweren sollen. So sollen Passwörter besser verschlüsselt werden. LinkedIn riet seinen Nutzern zudem, Passwörter regelmäßig zu ändern und nicht dasselbe Passwort für mehrere Dienste zu verwenden.

Kritik an LinkedIn-App

Der Tag hatte für LinkedIn schon unangenehm begonnen. Das Unternehmen musste sich rechtfertigen, nachdem Experten entdeckten, dass die Smartphone-App des Netzwerks großzügig Informationen zu Terminen und Adressbuch von Nutzern auf Server des Netzwerks hochgeladen hatte. Darunter waren zum Beispiel auch Notizen, die man zu einem Termin angelegt hatte. Diese will LinkedIn künftig aussparen. An sich sei das Überspielen der Daten jedoch notwendig, um die Termine mit Informationen aus dem LinkedIn-Netzwerk zu verknüpfen. Die Daten würden nicht aufgehoben und man habe die Nutzer stets nach einer Zustimmung für den Zugriff auf ihre Adressbücher gefragt.

dpa/dapd 

Rubriklistenbild: © ap

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