Die perfekte Welle für Studenten

- "Können wir zum Test einen Live-Stream machen?" fragt Hans Paulini. Technikleiter Sebastian Friedel ist irritiert. "Was? Das geht jetzt nicht." Nachdem Studiotechniker Thiemo Limbach ein paar Kabel umgesteckt hat, geht es doch. Paulini setzt sich hinters Mikrofon und beginnt zu moderieren. Die Stimmung im Studio an der Schachenmeierstraße 35 ist leicht angespannt. Noch drei Tage, dann geht "microwelle", das Campus-Webradio der Fachhochschule München, auf Sendung.

Die meisten der mehr als 30 Mitarbeiter haben noch nie zuvor Radio gemacht, erzählt Paulini. Seit Dezember tasten sie sich an die Arbeit hinterm Mikrofon heran. Vom Moderator eines bayerischen Lokalradios gab es einige Lehrstunden.

Inzwischen klappe die Arbeit im Team "ganz gut", versichert Elektrotechnik-Student Friedel. Aber natürlich habe es "sehr viele Diskussionen gegeben", ergänzt Wirtschaftsingenieur Limbach. "Viele haben Vorstellungen, die mit der Technik nicht vereinbar sind", sagt Limbach.

Wirtschaftsinformatik-Student Hans Paulini hat die Idee eines eigenen FH-Radios im März in einem Fundraising-Seminar an der Hochschule vorgestellt. Dort wurde ein Konzept erarbeitet, um Geldgeber für das Projekt zu werben. Nachdem Sponsoren gefunden waren, konnte die Ausstattung beschafft werden: Zwei Mixer, zwei Mikrofone und drei Rechner mit Radio-Software stehen jetzt im Studio; im Redaktionszimmer nebenan noch einige Computer, die die Fachhochschule den Radiomachern überlassen hat.

Ab Freitag will "microwelle" die FH-Studenten vor allem zur Mittagszeit live mit Musik und Berichten aus dem Hochschulumfeld beschallen. Außer über den Computer wird der Sender bald auch in den Cafeterien der Hochschule zu hören sein.

Die Themen für Wortbeiträge sollen hauptsächlich aus dem FH-Umfeld kommen. "Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, ebenso über Missstände wie Positives an der FH zu berichten", sagt Paulini. Auch Themen wie Studiengebühren wolle man aufgreifen. "Im Prinzip wollen wir aber unpolitisch sein", betont er.

Von Indie über Soul und House bis zu den aktuellen Charts soll das musikalische Spektrum reichen. "Ganz ohne Kommerz schalten die Leute uns ab", sagt Paulini. Das habe eine Umfrage ergeben. Dem alternative-lastigen Uni-Radio M94,5 wolle "microwelle" jedenfalls keine Konkurrenz machen.

Sendestart von "microwelle" ist diesen Freitag. Ab 17 Uhr legt DJ Servet Soul auf. Um 17.30 Uhr wird die Eröffnungsfeier mit einer Rede von FH-Präsidentin Marion Schick übertragen. Ab dann soll regelmäßig gesendet werden. Dass der Sendestart mit der Prüfungszeit an der Fachhochschule zusammenfalle, sei natürlich etwas unglücklich, gibt Paulini zu. "Wir werden eben dann live senden, wenn wir die Manpower dafür haben."

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