Persönlichkeit auf Pfoten

- Was Hundehalter immer schon wussten und Psychologen eher bezweifelten, beweist eine aktuelle Studie der Universität Texas: Hunde besitzen eine Persönlichkeit. "Unsere Studie zeigt, dass die Charakterzüge von Hunden mit einer beeindruckenden Genauigkeit eingeschätzt werden können", erklärt Samuel Gosling, der an der Universität die Arbeitsgruppe vergleichende Tierpsychologie leitet.

<P>Dass Tiere und Menschen eine ähnliche Anatomie und Physiologie besitzen, wird schon längst akzeptiert, aber viele Wissenschaftler wollen nicht wahrhaben, dass sie auch über gemeinsame emotionale und charakterliche Züge verfügen. "Manche Kollegen sehen das als einen weiteren Schlag gegen die Sonderstellung des Menschen an", meint Gosling.<BR><BR>"Unsere zwischen den beiden Arten Mensch und Hund vergleichende Methode macht es zum ersten Mal möglich, die Ergebnisse von Tieren direkt denen menschlicher Probanden gegenüberzustellen."</P><P>Hunde seien für die Studie gewählt worden, "weil sie über ein breites Verhaltensrepertoire verfügen und ihr Verhalten von vielen Betrachtern verstanden wird."<BR><BR>Das Psychologenteam führte drei getrennte Studien durch, um zu testen, ob Hundepersönlichkeiten unterschieden werden können. 78 Hunde verschiedenster Rassen und Größen und deren Besitzer nahmen an den Tests teil. Zunächst sollten die Halter ihre eigene und die Persönlichkeit ihrer Hunde bewerten. Dabei wurde die Ausprägung von vier Persönlichkeitsmerkmalen bewertet: energisch bis faul, zutraulich bis aggressiv, ängstlich bis gelassen, intelligent bis dumm.<BR><BR>Diese persönlichen Einschätzungen von Herrchen und Frauchen wurden dann von Bekannten der Hundebesitzer überprüft.</P><P>Die zweite Studie war ein Feldversuch. Während den Hunde verschiedene Aufgaben gestellt wurden, beurteilten Fremde sie nach den gleichen Merkmalen. Man testete etwa die Reaktion des Tieres, wenn sein Besitzer sich mit einem anderen Hund entfernte. Oder man prüfte die Geschicklichkeit (Intelligenz) des Hundes beim Aufspüren und Apportieren eines versteckten Gegenstandes. In der dritten Studie bewerteten andere Menschen die Persönlichkeit der Hunde nur nach deren Fotos. <BR><BR>Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl Besitzer als auch Fremde den Charakter eines Hundes richtig einschätzen konnten und dass diese Bewertung mit der von Bekannten übereinstimmte. Außerdem konnten die Halter das Verhalten ihrer Tiere sehr genau voraussagen. "Unsere Ergebnisse und Studien mit anderen Tierarten beweisen, dass Tiere eine Persönlichkeit haben und dass diese vom Menschen auch präzise definiert werden kann. Auch innerhalb der gleichen Rasse präsentierten sich die Hundepersönlichkeiten sehr individuell", erklärt Gosling. Mit Hilfe von Tests könnten daher nach seiner Ansicht charakterlich passende Hunde und Menschen zusammengebracht werden.</P><P>Der Verhaltensforscher John Bradshaw von der Universität Bristol (Großbritannien) sieht das anders: Im Fachblatt "Nature" schreibt er, Goslings Tests seien zwar sehr gründlich, sie fußten jedoch auf der subjektiven Definition von Eigenschaften. "Verschiedene Menschen können zu sehr unterschiedlichen Definitionen beispielsweise von ,schüchtern kommen. Daher braucht man objektivere Tests."<BR><BR></P>

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