Pflanze nutzt Boden, Boden nutzt Pflanze

- Was ist eigentlich eine Rhizosphäre, fragt man sich unwillkürlich beim ersten Lesen. Das können einem die 500 Teilnehmer des ersten Rhizosphären- Kongresses, den die Technische Universität München (TUM) zusammen mit dem Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) ausgerichtet hat, genau erklären - ist es doch ihr Arbeits- und Forschungsschwerpunkt. Der Begriff Rhizosphäre steht für den von Pflanzenwurzeln beeinflussten Boden.

<P>Die Ausdehnung der Rhizosphäre um die Wurzel kann von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern reichen. In diesem Bereich zeigt der Boden eine veränderte Zusammensetzung, die besonders durch zahlreiche Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze zustande kommt. Dass Boden nicht gleich Boden ist, weiß auch jeder Bauer. Schon die alten Römer nutzen Fruchtwechsel und gemischte Anbausysteme, um ihre Ernteerträge zu steigern. </P><P>Vor hundert Jahren prägte Professor Lorenz Hiltner, der damals erster Direktor der königlich-bayerischen Agrikulturbotanischen Anstalt in München war, den Begriff der Rhizosphäre. Auf dem Rhizosphären- Kongress können sich erstmals Agrarökologen, Pflanzenpathologen, Mikrobiologen und andere Pflanzenexperten über die neuesten Forschungsergebnissen zur Rhizosphäre austauschen. Denn trotz 100. Geburtstags der Rhizosphäre steht die Forschung in manchen Bereichen noch am Anfang. </P><P>So ist von den Mikroorganismen, die einen Einfluss auf die Pflanzenwurzel haben, erst ein Prozent identifiziert, die übrigen 99 Prozent lassen sich nicht auf herkömmlichen Nährmedien anzüchten. Dafür wird den unbekannten Mikroorganismen mit Hilfe von DNA-Analyse und Gensequenzierung zu einer Identität verholfen. Potenzial bieten auch die Bereiche Bodensanierung und biologischer Pflanzenschutz, deren Ergebnisse sowohl der Landwirtschaft als auch dem Umweltschutz zugute kommen. Boden ist eben nicht gleich Boden. </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Falsches Google-Gewinnspiel oder angebliche Virenwarnung: So schützen Sie sich
In letzter Zeit werden Internet-User immer wieder von seriösen Seiten auf angebliche Gewinnspielseiten weitergeleitet oder bekommen falsche Virenwarnungen. Was steckt …
Falsches Google-Gewinnspiel oder angebliche Virenwarnung: So schützen Sie sich
Youtube im Inkognitomodus nutzen
In den meisten Webbrowsern können Nutzer einen Inkognitomodus aktivieren. In dieser Einstellung wird kein Surf-Verlauf anlegt. Auch YouTube bietet in der Android-App ein …
Youtube im Inkognitomodus nutzen
Erpressung nach angeblichem Pornoschauen
Zurzeit sind E-Mails mit der Drohung im Umlauf, privates Filmmaterial des Nutzers öffentlich zu machen, wenn dieser kein Geld zahle. Betroffene sollten auf den …
Erpressung nach angeblichem Pornoschauen
Firefox-Features auch auf Smartphones testen
Nutzer des Firefox-Browsers können Test-Features jetzt auch auf dem Smartphone und Tablet ausprobieren. Erweiterungen wie Notes und Lockbox lassen sich über mehrere …
Firefox-Features auch auf Smartphones testen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.