Pflanzen schützen sich selbst gegen Schadstoffe

- Pflanzen verfügen über eine sehr wirksame Form der Schadstoffbeseitigung, die gleichzeitig ihre Widerstandsfähigkeit erhöht. Das haben Wissenschaftler der Institute für Toxikologie (Lehre von den Giftstoffen) und für Bodenökologie des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit herausgefunden.

<P>Sie wollen diese pflanzliche Fähigkeit für den chemischen Pflanzenschutz nutzbar machen. In dem Projekt untersuchten sie, wie Pflanzen die Fremdstoffe in ihren Zellen so lagern, dass sie keinen Schaden anrichten können. Eine Möglichkeit wäre, dass die Fremdstoffe in der Pflanze selbst zwischengelagert und später aus den Zellen herausgeschaffen werden. Um ihre Annahme zu testen, schleusten die Forscher bestimmte Stoffe in die Pflanzenzellen einer Zwiebel ein, die nach dem "Anhaften" zu leuchten (fluoreszieren) beginnen. Mit Hilfe der sogenannten Fluoreszenzspektroskopie können die Wissenschaftler den Weg dieser Substanzen verfolgen. Durch digitale Bilderfassung kann die Verteilung in der einzelnen Zelle und die Transportgeschwindigkeit der kleinen leuchtenden Moleküle in den (lebenden) Zellen der Zwiebel bestimmt werden.</P><P>Bei der Beobachtung des gesamten Prozesses entdeckte man, dass die Fremdstoffmoleküle aus der Zellflüssigkeit zuerst zum Zellkern und dann in die Vakuole, eine Art zellulärer Lagerhalle, gebracht werden. Nach dem Kontakt mit dem Kern bildet die Zelle rasch Abwehrenzyme, die die generelle Entgiftungsleistung der Zelle steigern.<BR>Die pflanzliche Widerstandsfähigkeit lässt sich im chemischen Pflanzenschutz gezielt einsetzen. Die GSF-Wissenschaftler haben darauf ein Patent angemeldet. Untersuchungen an den Wurzeln verschiedener Pflanzen zeigten, dass Fremdstoffe über die Wurzelspitzen wieder ausgeschieden werden, ähnlich wie dies bei tierischen Organismen über die Ausscheidung der Endprodukte des Entgiftungsstoffwechsels mit Stuhl und Harn geschieht.<BR></P>

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