Pflanzenöl, Heringe und Lachse gegen den Herztod

- Viel Bewegung und gesunde Ernährung schützen das Herz. Das ist schon oft von Experten gesagt worden, aber es ist auch aktueller denn je, wie Herzspezialisten auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie mit neuen Studien untermauerten.

<P></P><P> "Wer Fettleibigkeit vermeidet, in der Küche reichlich mit Leinsamen-, Walnuss- oder Canolaöl (Rapsöl) arbeitet und sich mehr als zweimal wöchentlich Heringshappen, Lachssteak oder Forellenfilet serviert, leistet einen bedeutsamen Beitrag zur KHK-Primärprävention", fasst die Münchner Fachzeitschrift "MMW-Fortschritte der Medizin" (Nr. 44) die neu bestätigten Möglichkeiten im Kampf gegen den Herzinfarkt und andere Koronare Herzkrankheiten (KHK) zusammen. </P><P>Die Ernährungsleitlinien, die in Deutschland die Kardiologen ihren Risikopatienten seit langem empfehlen, sind einfach: Um die Gefäße vor weiterer Verkalkung und dem Risiko einer Herzkreislauferkrankung zu schützen, sollte man auf sein Normalgewicht achten, mindestens 20 Prozent Ballaststoffe am Tag mit den Mahlzeiten aufnehmen und nicht zu viel gesättigte Fettsäuren (unter zehn Prozent der Gesamtkalorien) und Cholesterin (unter 300 mg) essen.</P><P>Mediterrane oder asiatische Kost sei zu empfehlen, so die Ernährungsexperten. Das heißt, Fleisch und tierische Fette sollten nur selten auf den Tisch kommen, Fisch, Vollkornprodukte, Gemüse, Salate, Obst dagegen möglichst oft - und in Maßen auch Wein oder Bier, denn auch sie haben eine gewisse gefäßschützende Wirkung.<BR><BR> Leinsamen-, Walnuss und Rapsöle sind reich an der so genannten Alphalinolensäure, die im Körper in zwei herzschützende Säuren (Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure) umgewandelt werden. <BR><BR>Für eine internationale, in der Fachzeitschrift "Circulation" (2003/107) veröffentlichte Studie wurden 482 Herzinfarktpatienten und 482 gesunden Kontrollpersonen Fettgewebe entnommen und auf den Gehalt von Alphalinolensäure untersucht. Ergebnis: Menschen mit dem höchsten Gehalt an Alphalinolensäure im Fettgewebe hatten ein um fast 80 Prozent niedrigeres Herzinfarktrisiko.<BR><BR>Der geschätzte Tagesbedarf an dieser Säure bei Erwachsenen betrage zwischen 1,3 und 2,7 Gramm, so die Fachzeitschrift. <BR>In einem Esslöffel Leinsamenöl sind 8,5 Gramm enthalten, 1,4 in Walnuss- und 1,3 in Rapsöl. In Olivenöl sind dagegen nur 0,1 Gramm zu finden.<BR><BR>Für eine andere Studie (ebenfalls in "Circulation" veröffentlicht) wurden 3910 herzgesunde Menschen über 65 zehn Jahre lang beobachtet. Hier sank das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, bei denen, die drei Fischmahlzeiten pro Woche aßen, um 49 Prozent gegenüber jenen, die nur einmal im Monat Fisch zu sich nahmen. Das Risiko für den Herztod durch schwere Rhythmusstörungen sank sogar um 58 Prozent. <BR><BR>Nur das Risiko, überhaupt einen Infarkt zu erleiden, sank bei den Senioren nicht.<BR> Die Gefäß-Schutzwirkung durch Omega-3-Fettsäuren (die oben erwähnte Eicosapentaen- und die Docosahexaensäure) ist bekannt. Tagesbedarf für Erwachsene: etwa 0,3-0,5 Gramm. Es gibt auch Präparate. Aber gesünder als Pillen sind Fischmahlzeiten. 100 Gramm Hering enthalten 1,7 bis 1,8 Gramm, Sardinen und Lachs zwischen 1 und 1,7 oder 1,8 Gramm, Forelle bis zu einem Gramm. Muscheln, Hummer und Kabeljau sind Schlusslichter in der Fischliste mit den herzgefäßschützenden Säuren (0,1 bis 0,4 Gramm). Fisch ist also nicht gleich Fisch, wenn es ums Herz geht. </P><P> </P><P>Lexikon aktuell<BR>KHK, Koronare Herzkrankheiten </P><P>Die KHK gehören zu den weit verbreitesten Zivilisationskrankheiten. Eine Funktionsbeeinträchtigung des Herzens tritt in Folge einer Verengung oder Blockierung der Koronararterien, die den Herzmuskel mit Blut versorgen, ein.</P><P><BR> </P>

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