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Facebook bietet nun auch PGP-Verschlüsselung für die Kommunikation seiner Nutzer an. Foto: Daniel Reinhardt

PGP-Verschlüsselung: Facebook-Mails künftig sicherer

Facebook gilt nicht als Hort des Datenschutzes, doch das Online-Netzwerk legt sich bei der Sicherheit ordentlich ins Zeug. Der Internetriese setzt jetzt sogar Mailverschlüsselung ein - mit einem Lieblingsprogramm von Aktivisten.

Menlo Park (dpa) - Mitglieder des Online-Netzwerks Facebook können E-Mail-Benachrichtigungen künftig auch in verschlüsselter Form erhalten. Facebook sei dabei, Mailverschlüsselung mit der Software OpenPGP für seine Nutzer freizuschalten, kündigten mehrere Mitarbeiter des Sicherheitsteams an.

Damit führt Facebook für seine 1,44 Milliarden Mitglieder ein Programm ein, das bisher vor allem von Aktivisten, Journalisten und Datenschützer genutzt wird. Der berühmteste PGP-Nutzer ist der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden, der seine brisanten Nachrichten an die Journalistin Laura Poitras verschlüsselt verschickte. Zudem funktioniert die PGP-Verschlüsselung nicht besonders gut auf Handys. Auch daran will Facebook arbeiten, erklärten die Mitarbeiter am Montag.

PGP ist der bekannteste offene Verschlüsselungsstandard. Damit kann man E-Mails so schützen, dass nur Sender und Empfänger sie lesen können. Dazu benötigen beide jeweils einen eigenen Schlüssel, um die Nachrichten zu ver- und entschlüsseln.

Facebook veröffentlichte seinen Schlüssel rief Nutzer dazu auf, ihre PGP-Keys im eigenen Facebook-Profil einzutragen. Dann können Nutzer Benachrichtigungs-Mails von Facebook verschlüsselt empfangen. Das heißt, dass auch Hacker oder der eigene E-Mail-Dienst diese Nachrichten nicht lesen können, wenn das Passwort lang und kompliziert genug ist.

Seit die Snowden-Enthüllungen die massive Spionage von Geheimdiensten im Internet offenlegten, stößt Verschlüsselungssoftware wie PGP vermehrt auf Interesse. Obwohl die Zahl der Nutzer anstieg, sind es immer noch vergleichsweise wenige. Nur vier Millionen Schlüssel sind im Umlauf, wie eine Statistik auf einem wichtigen Schlüssel-Server zeigt. Diese Server sind eine Art Telefonbuch für PGP-Nutzer, die dort die Schlüssel ihrer Kontakte herunterladen können.

Ankündigung von Facebook (eng.)

PGP-Key von Facebook (eng.)

Statistik über vorhandene PGP-Schlüssel (eng.)

Um PGP zu nutzen, wird einen privater Schlüssel vom Nutzer und ein öffentlicher benötigt, der in verschiedenen öffentlichen Datenbanken hinterlegt ist. Mit Hilfe dieser Zeichenfolgen kann nur der beabsichtigte Empfänger die Nachricht lesen.

Über den PGP-Schlüssel kann eine eindeutige Signatur versandter E-Mails erzeugt werden. Facebook-Nutzer können beispielsweise anhand der Signatur einer Mail feststellen, ob die Aufforderung zum Ändern des Passworts echt ist.

PGP lässt sich über Zusatzprogramme in bekannten Mail-Clients wie Thunderbird, Outlook oder Apple Mail nutzen. Manche Mail-Dienstleister ermöglichen PGP auch in ihren Weboberflächen.

Verschlüsselung über PGP funktioniert nur, wenn der Empfänger ebenfalls im Besitz eines Schlüsselpaars ist. Will man mit jemandem verschlüsselt kommunizieren, müssen also beide Personen PGP einrichten.

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