Physik-Nobelpreis 2002

- Stockholm (dpa) - Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die US-Forscher Raymond Davis und Riccardo Giacconi sowie den Japaner Masatoshi Koshiba. Sie haben winzigste Teilchen aus dem All nachgewiesen, die kosmischen Neutrinos, und bahnbrechende Arbeiten zur Röntgenstrahlung aus dem Universum geleistet. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit.

<P>Davis und Koshiba bekommen eine Hälfte des Preises für den Nachweis von Neutrinos, die unter anderem von der Sonne erzeugt werden. Diese winzigsten Atombausteine durchdringen alle Materie. So fliegen zum Beispiel tausende Milliarden Neutrinos pro Sekunde unbemerkt durch jeden Menschen. Giacconi erhalte die andere Hälfte der Auszeichnung für Arbeiten, die zur Entdeckung von kosmischen Röntgenquellen geführt haben.</P><P>Raymond Davis (87) von der University of Pennsylvania in Philadelphia, konstruierte einen völlig neuen Detektor für die Neutrinos. Der riesige Tank mit 600 Tonnen Flüssigkeit liegt tief unter der Erdoberfläche. Innerhalb von 30 Jahren fing er insgesamt 2000 Neutrinos von der Sonne ein. Er konnte beweisen, dass die Sonnenenergie durch Fusion von Atomkernen entsteht.</P><P>Einen anderen gigantischen Detektor namens Kamiokande konstruierte das Team um Masatoshi Koshiba (76) von der University of Tokyo. Er wies damit 1987 einen Neutrinoschauer nach, der von einem explodierenden Stern aus einer anderen Galaxie stammte. Das Team fing einige zehn Neutrinos ein. "Davis und Koshibas Arbeiten haben zu unerwarteten Entdeckungen und zu einem neuen, intensiven Forschungsgebiet geführt, der Neutrinoastronomie", schreibt das Nobelpreis-Komitee. Bereits 1930 hatte Wolfgang Pauli die mysteriösen Neutrinos vorhergesagt. Erst 25 Jahre später wies Frederick Reines erstmals die Existenz der Teilchen nach.</P><P>Der im italienischen Genua geborene US-Bürger Riccardo Giacconi (71) hat mit einem von ihm entwickelten Gerät die erste Quelle von Röntgenstrahlen außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Giacconi von den Associated Universities in der US-Hauptstadt Washington konstruierte auch die ersten Röntgenteleskope, die völlig neue Bilder vom Universum geliefert haben. "Er trug wesentlich zur Entwicklung der Röntgenastronomie bei", schreibt das Komitee. Die Sonne und die Sterne senden neben sichtbarem Licht auch Röntgenstrahlen aus.</P><P>Die höchste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit umgerechnet insgesamt 1,1 Millionen Euro (10 Millionen Schwedische Kronen) dotiert. Die Nobelpreise werden traditionsgemäß am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896).</P><P>Am Montag hatten die Briten Sydney Brenner (75) und John Sulston (60) sowie der US-Forscher Robert Horvitz (55) den Medizin-Nobelpreis zuerkannt bekommen. Die hatten bahnbrechende Forschungsarbeiten zur Organentwicklung und zum programmierten Zelltod geleistet. Diese sind grundlegend für das Verständnis von Krebs, Nervenstörungen und anderen Krankheiten. Am Mittwoch werden die diesjährigen Träger für den Chemie- und den Wirtschafts-Nobelpreis bekannt gegeben.</P><P> </P><P>-  Masartoshi Koshiba: Nobelpreis für neue Fenster zum All<BR><BR>- Stichwort: Kosmische Röntgenstrahlung<BR>- Stichwort: Leichtester Baustein im Teilchenzoo - die Neutrinos<BR>- Die Physik-Nobelpreisträger seit 1992</P><P></P>

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