Pinar Özden sprach mit Joschka Fischer

- "Unser Gespräch mit Joschka Fischer war sehr interessant", erzählt Pinar Özden über ihr Treffen mit dem Außenminister. "Wir haben Themen wie das Zuwanderungsgesetz diskutiert und sogar die vorgesehene Zeit überschritten." Gemeinsam mit 14 anderen ausländischen Studenten war die junge Türkin von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) Anfang März nach Berlin gereist. Der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) hatte den Besuch organisiert.

Auf dem Programm standen neben dem Treffen mit Joschka Fischer auch ein Parlamentsbesuch und eine Pressekonferenz. "Ich war so stolz, dabei sein zu dürfen", schwärmt Özden, "es war eine tolle Erfahrung und ich habe viele interessante Menschen kennen gelernt." <BR><BR>Ihre Teilnahme verdankt die Studentin ihrem sozialen Einsatz, für den die 27-Jährige im vergangenen Jahr mit einem DAAD-Preis ausgezeichnet worden war. <BR>Als Tutorin engagiert sie sich bereits seit vier Jahren im Akademischen Auslandsamt der Uni. Sie hilft Ausländern dabei, sich in Deutschland und dem Studenten-Leben zurechtzufinden und betreut die Webseite des Amtes. "Dort habe ich die ganze Welt um mich herum", so Özden. Die lebenslustige Türkin liebt neue Erfahrungen und lebt im wahrsten Sinne des Wortes interkulturell. "Um eine weitere Sprache zu lernen", kam sie vor sechs Jahren nach Deutschland.<BR><BR>In München schrieb sie sich an der Uni für Computerlinguistik und interkulturelle Kommunikation ein. Doch auch während des Studiums hielt es sie nicht an einem Ort, sie erhielt ein Stipendium und ging für ein Jahr nach Amerika. In der Wahl ihrer Freunde, die etwa aus Griechenland, Spanien und China kommen, ist Özden ebenso international. <BR><BR>Bücher liest sie in allen drei Sprachen, die sie beherrscht: Türkisch, Englisch und Deutsch. Worin sieht Pinar Özden den größten Unterschied zwischen der Türkei und Deutschland? "Meine Heimatstadt Istanbul ist schon sehr europäisch, daher gab es keinen großen Kulturschock in Deutschland", erinnert sich Özden. "Aber im Vergleich zur Türkei sind die Leute hier sehr direkt. Dort gilt ein klares Nein als unhöflich. Mir gefällt die direkte Art aber sehr gut." Manche Bundesbürger haben nach Özdens Meinung noch ein falsches Bild von der Lebensart der Türken. "In Deutschland leben die Türken sehr traditionell", meint sie. "In der Türkei haben sich die Sitten jedoch stark gewandelt, vor allem im Westen des Landes."<BR><BR>Eine Sprache möchte Pinar noch lernen: Schwedisch, denn ihr Freund stammt aus Schweden. Doch dort leben will sie nicht: "Das wäre mir viel zu kalt."<BR><BR>

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