Pink gefärbter Seelen-Strip

- Diese großmäulige Stimme einer ganzen Generation, die größte vielleicht seit Kurt Cobain, hasst nichts mehr als Ärger. Pink gibt es zu: Wenn sie mit jemandem Streit hat, geht sie weg. Passiert das am Telefon, hängt sie ein. Lieber schreibt sie dem Kontrahenten einen Brief. Kaum zu glauben. Aber im Schreiben ist die 23-jährige Popsängerin ja wirklich groß. In den letzten drei Jahren hat Pink über zehn Millionen Alben verkauft, weltweit ausverkaufte Tourneen gehabt und einige Awards eingeheimst. Was ist ihr Geheimnis? Einiges verrät sie uns in einem Interview.

<P>Cooles Pop-Idol und Anti-Britney</P><P>Was bei Pink auffällt, ist die absolute Ehrlichkeit, der Mut, in dem sie sich in ihren Texten seelisch auszieht. Man kann sie aber auch wegen der unerhörten Energie ihrer Musik mögen. Und Pink ist cool, ein weibliches Popidol, eine wilde Mischung aus Janis Joplin, Madonna und Courtney Love. Mit ihrem zweiten Album "Missundaztood" ging die Karriere richtig los. Ihr Management hatte sie mit gutem Timing als "Anti-Britney" ins Rennen geschickt und beim Debüt noch an die Zügel genommen: "Dieses R&B-Zeugs war Lernstoff", sagt sie heute.</P><P>Als Pink der Sängerin der 4 Non Blondes, Linda Perry, begegnete, kam die Wende. Deren offen ausgelebte Homosexualität und die großen Hüte, die sie trug, hatten es Pink angetan: "Ich glaube, ich habe in ihr etwas von mir erkannt", sagt sie. </P><P>Mit Linda kochte sie auch ihren Plan aus: Ein Rockalbum aufnehmen! Und Pink machte es. Als die Plattenfirma herausfand, dass das Mädchen heimlich eine Platte aufgenommen hatte, drehten die Manager durch. Vergebens. Denn: "Wenn ich etwas will, dann bekomme ich es in der Regel auch." Mittlerweile ist niemand in der Plattenfirma mehr böse darüber. Denn das Album hieß "Missundaztood".</P><P>Als Pink noch Alicia Moore war, musste sie schon kämpfen. In der Schule in einem Kaff bei Philadelphia war sie Außenseiter, und ihr Vater, ein Kriegsveteran, schärfte ihr ein, sich zu wehren. "Manchmal saßen Vater und seine Kameraden bei uns herum und erzählten Geschichten. Wie sie sich gegenseitig im Vietnam-Krieg geholfen haben. Wenn die Männer den Krieg überleben konnten, was kann mir dann in meinem behüteten Leben passieren? Und du erkennst, wieviel Freiheit wert ist. Und du hast sie jeden verdammten Tag. Du kannst dir den Lippenstift draufschmieren, dein Haar grün färben und sagen: Es ist in Ordnung, anders zu sein."</P><P><BR> </P>

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