Pionierin des Maschinenbaus

- Vor genau 100 Jahren gewährte Prinzregent Luitpold erstmals Frauen den Zugang zu der einzigen technischen Hochschule in Bayern, der heutigen TU München. Im Jahr 1958 schrieb sich dann zum ersten mal eine junge Frau für das Maschinenbau-Studium an der TUM ein. Maren Heinzerling war somit eine der Pionierinnen des Ingenieurinnenberufs.

<P>"Als ich im Winter 1958 an der TH München die erste reine Maschinenbauervorlesung besuchte, beschlug meine Brille beim Eintreten und meine Kommilitonen begannen zu pfeifen", erzählt Maren Heinzerling. "Wenn Du jetzt umdrehst bist du verloren", dachte sie sich und setzte sich tapfer in den Hörsaal. Maren Heinzerling war damals die einzige Frau unter 300 Erstsemestern an der TU. "Zum Hauptexamen paukte ich dann mit einem Kommilitonen, von dem ich dachte, dass ich mich sicherlich nicht in ihn verlieben werde", sagt sie. "Anfangs redeten wir uns mit ,Sie an, kamen uns aber schnell näher bis wir irgendwann beschlossen zu heiraten."<BR><BR>Ihre Diplomarbeit zum Thema "Schwingungen von vierachsigen Schienenfahrzeugen" zog sich in die Länge, da sie zur selben Zeit schwanger war und das letzte Kapitel dann während der Wehen schrieb. "Ich bin also erst Mutter und dann Diplomingenieurin geworden".<BR><BR>Heinzerling schloss ihr Studium so gut ab, dass ihr Professor sie gerne weiter am Lehrstuhl behalten hätte. Doch sie lehnte ab wegen ihrer Mutterschaft. "Er besuchte mich noch Jahre später zuhause, um sich zu vergewissern, ob sich das ,Promotionsopfer, wie er es nannte, gelohnt habe und ich glücklich sei", erzählt sie. <BR><BR>Ein Jahr nach Geburt ihres Sohnes begann Heinzerling bei der Firma Kraus-Maffai zu arbeiten, musste aber kündigen wegen Problemen bei der Betreuung ihres Sohnes durch eine Tagesmutter. "Der Wiedereinstieg war anschließend ziemlich schwer, deshalb kann ich meinen ,Ingenieurtöchtern nur raten, nie länger als ein Jahr zu pausieren", sagt sie.<BR><BR>"Die schönste und spannendste Zeit meines Lebens waren die Jahre, die ich als Claimmanagerin in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur für AEG arbeitete", meint Heinzerling, der die Rückkehr aus dem Ausland danach sehr schwer gefallen ist.<BR><BR>"Wir wollen einfach noch mehr werden"<BR><BR>Die Technik ließ Heinzerling auch in den 90er Jahren nicht los. Sie wurde zur Mitorganisatorin des "Münchner Mädchen-Technik-Tages, dem Vorläufer des heutigen "Girls Day" an der TUM.<BR><BR>"Ein wichtiger Meilenstein zur Akzeptanzsteigerung von Ingenieurinnen war der Stand "Frau und Technik auf der Hannover Messe in den Jahren 1988, 89 und 90. Da zeigten wir, dass es uns gibt, auch wenn wir nur wenige waren", erinnert sie sich. "Wir waren eine solidarische, engagierte Gruppe, halfen uns gegenseitig und wollten einfach mehr werden. Und das wollen wir auch heute noch!"</P><P>Jubiläumsveranstaltung:<BR>Am 31. Mai um 11 Uhr feiert die TU "100 Jahre akademische Bildung von Frauen an der TUM" mit einem Festakt in der Immatrikulationshalle.<BR>http://portal.mytum.de/frauenbeauftragte.</P>

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