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Kampf gegen Freibeuter: Am 4. Januar haben französische Soldaten Piraten festgenommen.

Illegale Müllentsorgung: So wurden Somalis zu Piraten

Seit Dezember kämpfen internationale Militärs vor der somalischen Küste gegen Piraten. Dass diese sich gegen Überfischung und illegale Müllentsorgung wehren, wird außen vorgelassen.

"Was Piraten angeht, wurde Ihnen etwas vorgelogen", so titelt Johann Hari in der britischen Zeitung The Independent. Er fasst die Situation vor der somalischen Küste zusammen, die seit Jahren zwar öffentlich, aber nur Wenigen bekannt ist.

Seitdem 1991 die somalische Regierung zusammenbrach, beuten laut des Artikels westliche Industrieländer das ostafrikanische Land aus. Weil immer weniger Fische in den europäischen Gewässern schwimmen, weichen Fischer illegal ans Horn von Afrika aus. Dort bleibt zu wenig Fisch für die somalische Bevölkerung übrig, sodass diese hungern muss. Hier liegt ein Ursprung für die Piraterie - somalische Fischer griffen die Boote an, um sie zu vertreiben.

Doch es gibt einen zweiten Grund für den Zorn der Somalis: 2005 veröffentlichte die UNO einen Bericht, nach dem westliche Unternehmen ihren Müll vor der somalischen Küste entsorgen. Vor allem atomarer Abfall wird vor der Küste abgeladen - der wurde durch den Tsunami 2005 an die Strände gespült. Die Folgen: Krankheiten, Missgeburten, 300 Tote.

Hier beginnt Johann Hari seine Bewertung: Diese Umstände sind keine Rechtfertigung für Geiselnahmen und manche Piraten sind einfach nur Gangster, schreibt er. Doch nimmt er die Industrienationen in die Pflicht: Niemand hat etwas gegen die Situation getan. Erst jetzt, wo der Seeweg für Öltransporte unsicher geworden ist, greift der Westen ein und schickt das Militär nach Somalia - der Operation Atalanta zur Befreiung der Küste Somalias ist im Dezember auch Deutschland beigetreten.

Der Artikel im Independent ist englischsprachig. Eine Autorin der linken Zeitung Junge Welt hat die Situation auf deutsch beschrieben. Malte Welding von Spreeblick findet deutliche Worte für die Situation. Doch die Situation kann auch anders bewertet werden. Das Magazin Stern hat somalische Fischer begleitet, die mittlerweile ein Vermögen damit verdienen, die Küste ihres Landes zu verteidigen.

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