TU plant die digitale Revolution

- Der Professor kommt per Internet-Video nach Hause, den knittrigen Studentenausweis ersetzt eine multifunktionale Chipkarte, eine zentrale Stelle aktualisiert täglich die Prüfungs-Punkte der Studenten - die modernen Kommunikations-Technologien öffnen den Universitäten neue Möglichkeiten. An der Technischen Universität München sind sie zum Teil schon Wirklichkeit. In dem Groß-Projekt "digitale Hochschule" sucht die Universität nach nachhaltigen Lösungen.

Die Entwicklungen, für die das Bundeswissenschaftsministerium insgesamt 3,8 Millionen Euro zuschießt, sollen einmal Vorbild für andere Universitäten sein.

Der Datenwald vieler Universitäten ist dicht: Bei der Immatrikulation gibt es einen Eintrag in die Immatrikulationsdatenbank, in der Bücherei einen Eintrag in die Bibliotheksdatenbank, am Lehrstuhl wieder einen Eintrag. "Man könnte noch zwanzig weitere Stellen aufzählen", sagt Professor Arndt Bode, der die Projekte der digitalen Hochschule koordiniert. Kein Wunder, dass es in den Datenbanken von Fehlern und Kartei-Leichen wimmelt. Das Projekt IntegraTUM will dem ein Ende setzen - durch eine völlig neue Infrastruktur. Der Student gibt seine Daten einmal in eine zentralen Datenbank ein. Alle anderen Dienste sind vernetzt. Statt verschiedener Kärtchen, zum Beispiel für Mensa und Bibliothek, gibt es nur eines. Die ersten Pilotkärtchen sollen im Winter getestet werden.

Einen festen Platz hat an der TU bereits das E-Learning, das Lernen via Internet. Powerpoint-Folien aus Seminaren stehen im Netz. Auch die lebendige Lehre gibt es online: Im Sommersemester konnten Studenten bereits 80 Lehrveranstaltungen als Aufzeichnungen im E-Learning-Portal der Hochschule anschauen. "Wir wollen das auf jeden Fall ausbauen", sagt Bode.

Auch die Bibliothek geht online. Ein Medienserver macht alle Dissertationen und Habilitationen, die an der TU entstehen, abrufbar. "Ziel ist es, dass alles, was TU-Mitarbeiter veröffentlichen, zugänglich ist", sagt Bode.

Neue Wege der Prüfungsverwaltung verlangen zudem die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge. Statt großer Abschlussprüfungen heißt es für die Studenten: Punkte sammeln. Diese müssen ständig aktualisiert werden. Sekretariate sollen daher künftig einem zentralen Prüfungsamt zuarbeiten, um die mehr als 100 Studiengänge zu verwalten. Digital aufgerüstet werden zudem das Hochschul-Management und das Finanzwesen.

Neue Internet-Seite zum Wintersemester

Nicht zuletzt arbeitet die Universität an einem neuen Gesicht im Netz. Die Internet-Seite der TUM wird derzeit aufpoliert. Noch vor dem Wintersemester sollen sich Studenten auf der neuen Homepage durch die Departments klicken können.

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