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Soldat Bowe Bergdahl mit einem Taliban-Kommandeur zur Zeit seiner Gefangenschaft im Jahr 2010.

"Wollte sein wie Jason Bourne"

Podcast "Serial": Bergdahl spricht über Gefangenschaft

Washington - Das Schicksal des US-Soldaten Bowe Bergdahl bewegt die Welt. Fünf Jahre war er Gefangener der Taliban in Afghanistan. Die US-Streitkräfte werfen ihm Fahnenflucht vor. Er selbst hat das jetzt im Erfolgs-Podcast „Serial“ anders dargestellt.

Der umstrittene US-Soldat Bowe Bergdahl hat erstmals öffentlich über seine Gefangenschaft in Afghanistan gesprochen. Sein Schicksal ist Gegenstand der zweiten Staffel des Podcasts „Serial“, die in der vergangenen Woche gestartet ist. Bergdahl äußert sich darin zu seiner fünf Jahre dauernden Zeit als Kriegsgefangener der Taliban in Afghanistan. „Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich etwas Schlechtes tat, oder gar nicht so Schlechtes, jedenfalls etwas Ernstes“, sagt Bergdahl in dem Podcast.

Bergdahl, heute 29 Jahre alt, hatte sich aus eigenem Antrieb von seiner Armee-Einheit entfernt. „Ich wollte zeigen, dass ich ein echter Kerl bin, so wie Jason Bourne“, sagte mit Blick auf den von Schauspieler Matt Damon verkörperten Filmhelden.

Das Abenteuer war jedoch nur von kurzer Dauer. Er verlief sich in den Hügeln der afghanische Wüste und wurde von Talibankämpfern auf Mopeds gefangenengenommen. 2014 wurde Bergdahl gegen fünf Guantanamo-Häftlinge ausgetauscht. In den USA muss er sich nun wegen Fahnenflucht vor einem Militärgericht verantworten, ihm droht lebenslange Haft.

Tags zuvor hatten die Republikaner im Streitkräfteausschuss des US-Repräsentantenhauses einen Bericht veröffentlicht, in dem sie US-Präsident Barack Obama vorwerfen, das Parlament nicht rechtzeitig über den Gefangenenaustausch informiert zu haben. Sie kritisierten auch, dass die überstellten Austausch-Häftlinge nicht zu denen zählten, für die ein Verlassen des US-Lagers Guantanamo auf Kuba vorgesehen war.

Die erste Staffel von „Serial“, in der die Verurteilung eines jungen Mannes in einem Mordverfahren in Maryland aufgearbeitet wurden, war mehr als 68 Millionen Mal heruntergeladen worden und gilt damit als der am schnellsten wachsende Podcast überhaupt. Der zweiten Staffel sagen Experten ein noch größeres Publikum voraus.

dpa

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