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Die Jagd kann beginnen: "Pokémon Go" passt sich an die Umgebung des Spielers an.

Experten warnen vor Überspielung

"Pokémon Go" - was ist das? Wo lauern die Gefahren?

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München - Na, auch schon im "Pokémon Go"-Fieber? Die neue App ist schon jetzt der Renner, Tausende gehen auf virtuelle Monsterjagd. Dabei ist das alles andere als ungefährlich.

Was ist Pokémon Go? Für die Handy-Version der virtuellen Monsterjagd gründete Nintendo eine eigene Firma namens Niantic, an der Google beteiligt ist. Bei Pokémon Go geht es wie gewohnt darum, möglichst viele kleine Comic-Monster einzusammeln. Allerdings wird die Jagd nun vom Kinderzimmer nach draußen verlegt. Folge: Plötzlich haben die Kids Lust auf Spazierengehen! Denn die GPS-Ortung des Smartphones sorgt dafür, dass überall, an der nächsten Hausecke, an Sehenswürdigkeiten oder auch mitten auf dem Marienplatz, kleine Monster warten. Wenn in der Nähe ein Pokémon zu finden ist, vibriert das Handy, und der Spieler muss das Viecherl einfangen, indem er es mit einem Pokéball bewirft. Wenn dazwischen eine vierspurige Straße liegt, passen die Kids hoffentlich auf. Doch in den USA ist es bereits zu zahlreichen Pokémon-Unfällen gekommen. In Deutschland ist Pokémon Go letzten Mittwoch für iPhone und Android erschienen – kostenlos, aber mit In-App-Käufen zwischen 99 Cent und sündhaft teuren 99,99 Euro, die allerdings nicht zwingend erforderlich sind, um das Ziel zu erreichen. Eltern sollten vorsichtshalber die Funktion für In-App-Käufe deaktivieren. 13 Jahre ist das offizielle Alterslimit. Doch auch unter 13-Jährige können mitspielen, wenn ein Elternteil über einen „Pokémon Trainer Club“ zustimmt.

Was ist Prisma? Die App aus Russland wandelt Fotos in atemberaubende Kunstwerke im Stil von Kandinsky, Roy Lichtenstein, van Gogh oder Munch um. Der Effekt ist verblüffend – und die Berechnung dermaßen aufwändig, dass die Smartphone-Technik dafür nicht ausreicht. Deshalb werden die Bilder auf den Server des Entwicklers geladen, dort binnen weniger Sekunden komplett neu berechnet und dann aufs Smartphone zurückgespielt. Bisher gibt es die App kostenlos für iOS, Android soll folgen.

Wie populär sind die Apps? In den USA war der Ansturm auf Pokémon Go so groß, dass die Server zusammenbrachen. Auch in Deutschland schoss die App nach vier Stunden auf Platz eins der Charts. Google registriert derzeit mehr Suchanfragen nach „Pokémon Go“ als nach „Porno“ – das gab’s noch nie. Die Schnitzeljagd sorgt für jede Menge Aufregung: In den USA stieß ein Mädchen bei der Monsterjagd auf eine echte Leiche. Und bewaffnete Räuber lockten Spieler mit angeblichen Pokémons in finstere Ecken, überfielen sie dort. Zudem quillt das Internet mittlerweile über vor lauter Prisma-Bildern.

Wo liegen die Risiken? In Sachen Datenschutz markieren beide Apps neue Tiefpunkte. Bei Pokémon Go trifft Googles Datensammel-Wut erstmals auf ein Spiel. Experten sprechen von einem „Kafkaesken Alptraum“. Entwickler Niantic räumt sich das Recht ein, jegliche gesammelte Daten unter bestimmten Bedingungen an Dritte weiterzugeben – zum Beispiel die Aufenthaltsorte des Spielers, die Spieldauer oder die Spielpartner. Welche Daten die Google-Tochter genau abgreift, um den Kids dann passende Werbung zu schicken, ist bisher völlig unklar. Eltern, deren Kinder Pokémon Go spielen dürfen, sollten deshalb bei der Installation dabei sein und darauf achten, dass sich die App möglichst wenige Rechte einräumt. Überaus bedenklich ist auch die Foto-App Prisma. Denn die Russen sichern sich alle Rechte an den hochgeladenen Bildern – wo die Fotos dann landen, was aus ihnen wird, weiß niemand. Deshalb: Keinesfalls Bilder hochladen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind! 

Pokémon Go: Ist auch München bald im Spiel-Fieber?

Unser Partner-Portal AZ-Online hat den Test gemacht und zeigt in einem Video, was "Pokémon Go"-Fans unbedingt wissen sollten.

mol

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