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Pornos im Internet sind beliebt

Rechnungen an echten Namen

Neue Porno-Masche per E-Mail: Was dahintersteckt

Berlin - Eine seltsame E-Mail mit einer vermeintlichen Abmahnung bereitet derzeit vielen Internet-Nutzern Kopfzerbrechen: Sie sollen für die Online-Porno-Nutzung zahlen. Was dahintersteckt.

"Sie haben durch das Besuchen einer der nachfolgend aufgeführten Seiten www.fuxxxer.com, www.youporn.com, www.pornleche.com, www.pornhub.com, www.xvideos.com, www.xhamster.com, www.youjizz.com, www.eskimotube.com, www.biloporn.com und das Betrachten der dort angebotenen Videoclips mit pornografischen Inhalten gegen geltendes Urheberrecht sowohl in den USA als auch in Deutschland verstoßen."

So beginnt eine E-Mail, die momentan zahlreiche Nutzer in ihren E-Postfächern vorfinden. Oft werden diese dabei mit ihrem korrekten Namen angeredet, was sie besonders beunruhigt und an die Echtheit der E-Mail glauben lässt. Diese wirkt wie eine Porno-Abmahnung.

Das Schauen des urheberrechtlich geschützten Pornos sei "eine Strafrat", heißt es. "und kann vom Lizenzinhaber des Films, aus dem der Auszug stammt, zur Anzeige gebracht werden. Der Film steht unter der Lizenz von LFP Video Group und M.I.C.M. MIRCOM International Content Management & Consulting Ltd."

Von weiteren rechtlichen Schritten ist die Rede und davon, dass die Sache diskret behandelt werden könne. Der Versender bietet eine außergerichtliche Einigung an, durch Zahlung von 18,79 Euro werde von weiteren strafrechtlichen Verfolgungen abgesehen.

Dazu ist eine Kontonummer angegeben. Wahrscheinlich fallen manche Nutzer auf die Masche herein - etwa weil sie mit ihrem echten Namen angeredet werden. Zudem soll ja die Frau nichts vom eigenen Porno-Konsum erfahren. Darüber hinaus sieht die Mail, anders als viele vergleichbare, relativ seriös aus. Als Kontoinhaber ist die "24/7 Clearing Abrechnungssysteme GmbH" angegeben, unterzeichnet ist die Mail von einer Firma namens "UK Online Advertising LTD". Seltsamerweise ist die angegebene Webseite allerdings nicht erreichbar.

Mehrere Rechtsanwälte raten im Internet dazu, den Betrag nicht zu zahlen. "Solche E-Mails wie die obige sind vollkommener Schwachfug, und Sie können diese getrost löschen. In keinem Fall sollten Sie irgendwelche Zahlungen leisten", schreibt auch die Webseite konsumer.info.

Bei vielen anderen Abmahnungen - etwa fürs Herunterladen von Filmen oder Downloads anderer urheberrechtlich geschützter Werke - ist es mitunter ratsam, zu reagieren. In diesem Fall jedoch kann man die E-Mail wohl ignorieren, so schreiben mehrere Rechtsexperten im Web. Denn es handelt sich offenbar um keine gezielte Abmahnung, bei der eine Redaktion in vielen Fällen erforderlich ist, sondern um eine Massen-E-Mail.

tz

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