Priester im Todeskampf

- "Ex uno lapide" - aus einem Steinblock. So schrieb Plinius der Ältere über die Laokoon-Gruppe, die den Apollo-Priester und seine beiden Söhne im tödlichen Kampf mit zwei Schlangen darstellt. Doch mit dieser Aussage über die Marmorskulptur aus dem 1. Jahrhundert vor Christus lag der Schreiber falsch, wie Privatdozentin Susanne Muth betont.

<P>Die wissenschaftliche Assistentin vom Institut für Klassische Archäologie der LMU wird die Laokoon- Gruppe am Donnerstag, 18. November, in der Reihe "Meisterwerke der antiken Kunst" vorstellen (18.15 Uhr, Uni-Hauptgebäude, Geschwister- Scholl-Platz 1, Hörsaal 101). "Tatsächlich besteht das Standbild aus mindestens sieben Stücken", erklärt Muth.</P><P>"Das war aber für den antiken Betrachter nicht zu erkennen", so die Archäologin. Die Schöpfer der Laokoon- Gruppe, ein Bildhauer- Trio von der Insel Rhodos, verbargen die Übergänge geschickt hinter den Windungen der Schlangen. "Auch wenn sie das Standbild nicht aus einem Marmorblock schlugen, offenbart sich in der Laokoon-Gruppe große Meisterschaft", so Muth. Die Figuren aus passgenauen Einzelteilen zusammenzusetzen, sei "unendlich kompliziert".</P><P>Zwar wird über Laokoon meist erzählt, dass er aus Rache für seine Warnung an die Trojaner, das hölzerne Pferd nicht in die Stadt zu ziehen, sterben musste. Doch in der Antike sei ursprünglich eine andere Geschichte bekannt gewesen, sagt Susanne Muth. So soll der Priester das Heiligtum beim Sex mit seiner Frau entweiht haben. Zur Strafe schickte Apoll zwei Schlangen, um den Frevler und seine Söhne zu töten. Allerdings sei die von Vergil erfundene Troja-Version viel häufiger rezipiert worden und präge bei vielen das Bild vom unschuldig leidenden Laokoon. "In meinem Vortrag will ich deshalb auch mit manchen Dingen aufräumen", kündigt Muth an.</P>

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