Probiotisches gegen Allergie

- Probiotische Lebensmittel helfen möglicherweise, Kinder vor Allergien zu schützen. Diese neue Theorie war ein wichtiges Thema bei den so genannten Gaißacher Tagen, die jährlich von rund 400 Kinderärzten aus ganz Deutschland besucht wurden. Aufsehen erregten die Ergebnisse einer finnischen Studie, bei der die Wirkung von Probiotika auf die Darmflora in Zusammenhang mit Allergien untersucht wurde. Auch die Mütter mussten während der Schwangerschaft und Stillzeit probiotische Nahrung essen. Nach zwei Jahren stellten die Forscher fest, dass ihre Kinder weniger Ekzeme hatten. Prof. Carl Peter Bauer, Ärztlicher Direktor der Gaißacher Fachklinik, in der Allergiker im Kindes- und Jugendalter betreut werden, meinte dazu: "Das Ergebnis reicht noch nicht für einen allgemeine Empfehlung, aber ich finde, die Studie ist ein interessanter Ansatz."

<P>Allerdings handle es sich bei den untersuchten Probiotika "nicht um Joghurt aus dem Supermarkt", so Bauer: "Um eine Wirkung zu erzielen, muss man schon spezielle Produkte aus der Apotheke zu sich nehmen, da in ihnen der Anteil der speziellen Milchsäuren höher ist."<BR><BR>Die beste Allergieprävention ist aber immer noch das Stillen, da sind sich die Experten einig. <BR><BR>Das geht auch aus einem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Allergie- und Immunitätsforschung sowie der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie hervor. "Kinder, die sechs Monate lang ausschließlich gestillt werden, neigen deutlich weniger zu Allergien", so Bauer. Erst danach solle man auf Beikost umsteigen. "Es stimmt nicht, dass Produkte auf Kartoffel-Karotten-Basis nur schlecht vertragen werden", sagte der Mediziner. Allerdings sollte man während des ganzen ersten Lebensjahrs der Baybs auf Eier, Fisch, Zitrusfrüchte, Nüsse und Soja verzichten.<BR><BR> Stillende Mütter sollten sich unbedingt abwechslungsreich ernähren und keine Diät machen. Auch von Heuschnupfen geplagte Kinder, die Angst vor Spritzen haben und deshalb noch keine Hyposensibilisierung (Injektion allergiesierender Substanzen unter die Haut, um dagegen unempfindlich zu machen) können aufatmen: Studien haben belegt, dass Tropfen, die unter die Zunge gegeben werden, eine fast genauso starke Wirkung haben. "Völlig beschwerdefrei wird man dadurch aber auch nicht", so Bauer. <BR><BR>Die Fachklinik Gaißach führt derzeit eine Heuschnupfen-Studie an Schulkindern durch.  Auskunft: Tel. 0 80 41/79 82 40. </P>

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