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Zwei gezielte Schüsse: Ein Amerikaner exikutierte sein iPhone als Protest gegen Apple.

Protest gegen Apple: Mann erschießt sein iPhone

München - Er muss wohl zuvor ein Apple-Jünger gewesen sein, dann platzte einem Amerikaner der Kragen: Mit zwei Kugeln „erschoss“ er sein iPhone - als Protest gegen die Unternehmenspolitik von Apple.

Hyperplasia07, wie sich der Mann im Internet nennt, habe jede Generation des iPhones bereits am Erscheinungstag gekauft. „Aber jetzt kann ich es nicht länger hinnehmen“, schreibt er auf youtube, wo er ein Video zu seiner iPhone-Exikution gepostet hat.

Der Auslöser für die Hinrichtung seines iPhones sei gewesen, dass Apple das Programm „Google Voice“ aus seinem App-Store verbandt hat.

Die Software ermöglicht unter anderem kostenloses Versenden von SMS-Nachrichten und günstige beziehungsweise kostenlose Telefongespräche über das Internet-Protokoll.

Der Mann schreibt als Abschiedsbrief auf seinem iPhone: „Wir sind krank und müde von eurem Diktatorentum. Wir wehren uns dagegen, von eurer stählernen Faust unterdrückt zu werden. Google Voice war euer letzter Strohhalm. Ab jetzt werde ich ein PC sein und werde meine Freiheit haben.“

Danach zerlegt er sein Handy mit zwei gezielten Schüssen aus seiner Beretta 9mm und zündet es danach auch noch an. Die ganze Aktion filmt er und untermalt den Clip musikalische mit dem Song „My Body Is A Cage“ („Mein Körper ist ein Käfig“) von Arcade Fire.

US-Behörden prüfen Wettbewerb

Der Streit zwischen Apple und Google um eine Google-Telefonsoftware für Apples iPhone könnte weiterreichende Folgen haben, als es Apple und der Mobilfunkbranche lieb sein dürfte. Ende vergangener Woche hat die Verbannung von Google Voice aus dem AppStore auch das Interesse der US-Telekom-Aufsicht FCC geweckt. In den Fokus der Behörde ist unter anderem auch die Vermarktung über exklusive Partnerschaften gerückt. Noch gibt es keine offizielle Untersuchung, doch die Ermittlung könnte Folgen für die gesamte Telekom-Branche haben.

Inzwischen richtete die US-Behörde erste Anfragen an Apple, Google und den Mobilfunk-Anbieter AT&T. Die FCC wolle unter anderem prüfen, ob exklusive Industrie-Partnerschaften den technologischen Fortschritt fördern oder aber behindern könnten, sagte FCC-Vorstand Julius Genachowski. Mit Ausnahme weniger Länder wie etwa Frankreich bietet Apple sein iPhone exklusiv über ausgewählte Mobilfunkprovider an, in den USA über AT&T, hierzulande mit T-Mobile. Von AT&T will die FCC nun auch wissen, inwieweit der US-Mobilfunkprovider Einfluss auf die Entscheidung Apples genommen hat.

AT&T dürfte in Google Voice eine große Herausforderung für das eigene Geschäftsmodell sehen und könne deshalb durchaus Druck auf Apple ausgeübt haben, schätzt Carl Howe, Analyst der Yankee Group in Boston. In Deutschland hatte zuletzt die Internet-Telefon-Software Skype in der Mobilfunkbranche für Aufregung gesorgt.

len/dpa

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