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Will sich verkleinern: AOL.

AOL räumt weiter auf

New York. Das Großreinemachen beim tief gefallenen Internetkonzern AOL geht weiter. Nun steht das soziale Netzwerk Bebo auf der Kippe. AOL hatte die Website vor zwei Jahren für 850 Millionen Dollar (rund 634 Mio Euro) übernommen.

Bebo hat inzwischen aber Millionen Mitglieder an Konkurrenten wie MySpace oder Facebook verloren. „Bebo ist bedauerlicherweise ein schrumpfendes Geschäft gewesen“, schrieb der für Beteiligungen zuständige AOL-Manager Jon Brod den Mitarbeitern.

AOL könne derzeit die erforderlichen Summen nicht aufbringen, um die Website wieder in die Spur zu bringen. AOL will nach Angaben des „Wall Street Journals“ vom Mittwoch bis Ende Mai über das Schicksal der Tochter entscheiden. Neben einer Schließung kommt auch ein Verkauf in Frage.

Das Geld käme gelegen. Der Internet-Pionier ist erst seit Ende vergangenen Jahres wieder ein eigenständiges Unternehmen und hält sich nur mühsam über Wasser. AOL leidet vor allem unter Kundenschwund. In der Folge musste das Management viele Stellen streichen.

Aus Deutschland hat sich AOL ganz zurückgezogen. Die vor 25 Jahren gegründete AOL hatte sich auf dem Höhepunkt der Internet-Euphorie mit dem Medienkonzern Time Warner zusammengeschlossen. Als die sogenannte Dotcom-Blase platzte, geriet die 100 Milliarden Dollar schwere Ehe in eine Krise. AOL wurde zu einer Randsparte des Konzerns degradiert.

Letztlich entschied sich Time Warner für die Scheidung. Nun baut AOL um. Der Konzern will sich unter anderem von seinem Chat-Dienst ICQ trennen, was 300 Millionen Dollar in die Kasse spülen soll. Anfang März hatte der Medienkonzern Axel Springer gemeinsam mit der Schweizer PubliGroupe die AOL-Verkaufsplattform buy.at übernommen. (dpa)

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