Raumerfahrung im Hinterhof

- "Hinterhof der Sonnenstraße" nennt Architekturstudent Robert K. Huber den Ort: Auf der einen Seite die verwilderte, ungepflegte Grünanlage, auf der anderen die Betonbauten einer Tankstelle. Und dazwischen sechs fast mannshohe, rote Lettern: Z K G F H M.

Fast verschwindet hinter den wuchtigen Buchstaben an der Ecke von Herzog-Wilhelm- und Josephspitalstraße das, worauf sie hinweisen sollen: In einem leer stehenden Ladengeschäft präsentieren die Studenteninitiative "zukunftsgeraeusche" - für sie stehen Z,K und G - und der Fachbereich Architektur der Fachhochschule München - kurz FHM - ein Jahr lang wechselnde Arbeiten von Studenten.

Wer durch den übers Trottoir wabernden Trockeneis-Nebel in das "Raumlabor" tritt, steht zunächst einer auf Eisenstangen gestützten Skulptur gegenüber. Kindheitserinnerungen an einen beengten Treppenraum soll die Plastik wecken. Auf der Videoinstallation im hinteren Teil der Galerie fließen der Innenraum eines Flugzeugs und eines Wasserglases ineinander.

Die Arbeiten entstammen einem Architektur-Seminar an der FH über die "sinnliche Wahrnehmung von Räumen". Nicht gewöhnliche Architekturmodelle sollen gezeigt werden, sondern "Randbereiche" des Faches, wie Architekturstudent Christoph Rickert erklärt. "Arbeiten, die sonst in den Mappen der Studenten verschwinden würden", ergänzt sein Kommilitone Huber.

Als Gründer von "zukunftsgeraeusche" haben sich die beiden gemeinsam mit Politikstudentin Annekatrin Fischer "die Erforschung von Publikationsformen im öffentlichen Raum" auf die Fahnen geschrieben. In diesem Zusammenhang sehen sie auch ihr Ausstellungsprojekt "zkg-fhm": Es soll Raum bieten für "Experimente mit Medien", aber auch Zeitgeist- und Gesellschaftsthemen behandeln.

Geöffnet ist das Raumlabor mittwochs bis samstags von 16 bis 20 Uhr. Nach der derzeitigen Ausstellung werden ab 22. Juni unter anderem eine Film-Collage über die Transsibirische Eisenbahn und Video-Sequenzen zu Angstzuständen gezeigt.

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