Rechtzeitig im Herbst impfen lassen

- Vorbeugen ist besser als heilen. Wer sich im Herbst impfen lässt, kann dem Winter gelassen entgegensehen.

Denn wenn es nass, kalt und ungemütlich wird, hat die Grippe Hochkonjunktur. Und einer Ansteckung mit Grippeviren (Influenza-Erreger) entgeht man nicht allein durch häufiges Händewaschen, viel Tee trinken oder Avocados essen. Denn der Virus wird über kleinste Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Deshalb raten Ärzte, sich frühzeitig impfen zu lassen.

Die Impfung ist der beste Schutz gegen die Grippe", sagte Professor Adolf Windorfer bei einer Informationsveranstaltung in München. Diese Krankheit werde oft unterschätzt, so der Experte vom Referenzzentrum für Influenza-Überwachung in Hannover. In der Regel dauert die echte Grippe drei Wochen. Besonders Ältere und chronische Kranke, aber auch alle, die beruflich Kontakt mit vielen Menschen haben, sollten sich impfen lassen. Auch Asthmapatienten gelten als besonders gefährdet, weil sich in deren ständig gereizten Atemwegen Keime besonders gern ansiedeln.

Bis der Impfschutz aufgebaut ist, vergehen bis zu zwei Wochen. Dann hat man aber auch für die gesamte Grippe-Saison vorgesorgt. Im nächsten Herbst muss man sich aber erneut impfen lassen, denn Grippeviren verändern sich ständig, und der Organismus muss sich mit Antikörpern dagegen rüsten. Für ältere Menschen mit schwachen Abwehrkräften und chronisch Kranke gibt es jetzt den Impfstoff "Fluad", der einen noch besseren Schutz vor den Influenza-Viren bieten soll. Durch den in "Fluad" enthaltenen Wirkungsverstärker MF59 nimmt der Körper den Impfstoff besser auf und bildet mehr Antikörper gegen die Viren als beim herkömmlichen Impfstoff. Zudem kompensiert der Wirkstoff die im Alter nachlassende Effektivität des Immunsystems und zeigt sich resistenter gegen veränderte Virenstämme.

Nach einer Studie in Norditalien lag die Schutzwirkung des neuen Impfstoffes bei 80 Prozent der Senioren, die Erfolgsquote des herkömmlichen Impfstoffs jedoch bei nur 57 Prozent, erklärte Dr. Martina Wessling von der Firma Chiron Vaccines Behring bei der Vorstellung des neuen Impfstoffes in München. Die Grippe ist nicht zu verwechseln mit einem grippalen Infekt, mit Husten, Niesen, Heiserkeit, Halsschmerzen. Die Influenza kommt plötzlich, der Kranke hat hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, er fühlt sich extrem schlapp. Jedes Jahr kostet die vermeintlich harmlose Krankheit allein in Deutschland zwischen 10 000 und 15 000 Menschen das Leben.

Für Pollenallergiker ist der Herbst die richtige Zeit, um mit einer "Desensibilisierungstherapie" zu beginnen. Diese Form des Trainings eines überempfindlich reagierendenden Immunsystems schlägt heute bei immer mehr Allergikern gut an. Bei der Therapie werden bestimmte Allergene, wie etwa Blütenpollen, regelmäßig und in immer höherer Dosis unter die Haut gespritzt werden. Dadurch gewöhnt sich das Immunsystem an die Allergene, reagiert später nicht mehr allergisch darauf, und die Patienten benötigen weniger Medikamente oder werden sogar vollständig geheilt.

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