Reformausbildung für Journalisten

- Die Reformpläne des Instituts für Kommunikationswissenschaft (IFKW) der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) können nun doch umgesetzt werden. Ab dem Wintersemester 2003 ersetzt der "Bachelor of Arts" den bisherigen Magister-Studiengang Kommunikationswissenschaft.

Der "Bachelor of Arts" dauert sechs Semester, bisher mussten die Studenten neun Semester an der Universität ausharren. Im Anschluss an den Bachelor-Studiengang ist ein weiterführendes Studium "Master of Arts" geplant. Er soll ab dem Wintersemester 2004 an den Start gehen. Die Studenten müssen für die Zulassung einen qualifizierten Hochschulabschluss vorweisen. Innerhalb von vier Semestern werden ihnen sowohl theoretische, als auch praktische Kenntnisse über den Medienberuf vermittelt. <BR><BR>Den Diplomstudiengang Journalistik streicht das IFKW ganz aus seinem Angebot. Als Ersatz dafür bietet das Institut den Studiengang "Magister praktischer Journalismus" an. <BR><BR>"Der neue Ausbildungsweg für Journalisten ist praxisbezogener und vom Lerninhalt der heutigen Zeit angepasst", sagt Hans-Bernd Brosius, Dekan der Sozialwissenschaftlichen Fakultät. In nur drei Semestern sollen die Studenten das journalistische Handwerk lernen und ins Berufsleben einsteigen. <BR>Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Journalistenschule (DJS) werde fortgeführt, betont Brosius. Bisher teilten sich pro Semester rund 30 DJS-Schüler mit etwa 20 Volontärsstudenten die 50 Plätze des Diplomstudiengangs Journalistik.<BR><BR>Künftig müssen Bewerber des neuen Studiengangs an einem Auswahlverfahren an der Deutschen Journalistenschule teilnehmen. Außerdem sind nur Studenten mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium zugelassen. <BR><BR>Die Volontärsstudenten werden durch die Reform ins Abseits gedrängt. Denn die bisher rund 50 Ausbildungsplätze werden auf 30 reduziert. Und die sind alle für die DJS-Schüler reserviert. Ob er richtig glücklich sein soll über die Reform, weiß Brosius noch nicht. <BR><BR>"Die Übergangsphase bedeutet für uns Dozenten viel Stress. Ich habe keine Ahnung wie alles mit so wenig Personal bewältigen sollen", klagt er. Die Studenten würden sich aber freuen über das verkürzte Studium. "Viele wollen schneller in den Beruf. Die Motivation, acht Semester zu studieren, fehlt bei den meisten." <BR><BR>Am stärksten ist die Deutsche Journalistenschule am Altheimer Eck von der Reform betroffen. Ihre Schüler können sich künftig erst nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium bewerben. "Es ist Schade, dass die Abiturienten nicht mehr sofort nach dem Abschluss zu uns kommen können", sagt Ulrich Brenner, Leiter der DJS. <BR><BR>Andererseits sei es spannend, dass Studenten aus allen Fachrichtungen von uns als Journalisten ausgebildet werden, ergänzt er. Für das Wintersemester 2003 hat die Schule 15 Bewerber aufgenommen. Juristen, Mediziner, Politologen und Historiker. <BR><BR>Kritik an dem neuen Modell kommt vom Bayerischen Journalistenverband (BJV). "Der Diplom-Studiengang Journalistik war sehr erfolgreich. Alle Absolventen haben eine Stelle gefunden", sagt Frauke Ancker, Geschäftsführerin des BJV. Durch die Einführung des Bachelor-Studiums werde der Journalistenberuf abqualifiziert, schimpft sie. <BR><BR>Die Rechtsanwältin lehrte neben ihrer Tätigkeit beim BJV über 20 Jahre Medienrecht für Kommunikationswissenschaftler am IFKW. Bis zum vergangenen Jahr.<BR>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nicht süß! Diese WhatsApp-Nachricht ist eine Falle
München - Auf WhatsApp kursiert ein fragwürdiger Kettenbrief, der ahnungslose Smartphone-Nutzer mit besonders „süßen“, romantischen Emoticons zu ködern versucht. Fallen …
Nicht süß! Diese WhatsApp-Nachricht ist eine Falle
Drohnen-Führerschein für mehr Sicherheit am Himmel
Flugverbotszonen für Drohnen und ein "Kenntnis-Nachweis" für ihre Besitzer sollen den Luftraum sicherer machen. Das scheint überfällig, denn in Deutschland gibt es rund …
Drohnen-Führerschein für mehr Sicherheit am Himmel
iOS-Gamecharts: Bauen, reiten und gewinnen
Das Glück der Erde findet sich in einem iOS-Game: "Horse Adventure" bietet alles, was das Herz von Pferdefreunden höher schlagen lässt. Bei "Bridge Constructor" ist ein …
iOS-Gamecharts: Bauen, reiten und gewinnen
Viral-Hit auf YouTube: Heißes Messer zerteilt volle Cola-Flasche
München - Ein Messer und ein paar harte Gegenstände - mehr braucht es nicht, um die YouTube-Welt zu elektrisieren. Dieses Video sammelte Klicks in Rekordzeit. 
Viral-Hit auf YouTube: Heißes Messer zerteilt volle Cola-Flasche

Kommentare