Rekord bei Bundeswehr-Studenten

- Die staatliche Sparwelle hat auch die Universität der Bundeswehr (UniBw) in Neubiberg erfasst. Präsident Prof. Hans Georg Lößl hofft auf Einsicht beim Verteidigungsministerium: "Wir können nichts mehr einsparen. Schon jetzt ist die Universität mit einem Gesamtetat von nur 80 Millionen unterfinanziert." Allein bei den Personalkosten fehlten fünf Millionen Euro. Und auch die Wohnsituation auf dem Campus sei in Folge der schlechten Finanzlage angespannt, klagt der Uni-Chef. Es fehle an Wohnplätzen, und viele Studentenunterkünfte müssten dringend saniert werden.

<P>2918 Studenten studieren in diesem Trimester, das am 1. Oktober begonnen hat. Das sind 518 Offiziersanwärter mehr, als Studien- und Wohnplätze zur Verfügung stehen. "Wir mussten viele Einzelzimmer doppelt belegen", so Lößl. Die Planung für ein neues Wohngebäude stehe schon längst, nur an der Finanzierung hapere es. </P><P>"Für 2004 sind nun noch weitere Kürzungen im Haushalt angekündigt", sorgt sich Lößl um die Zukunft der Hochschule für Deutschlands Offiziere. "Für uns wird die Drittmittelfinanzierung durch die Industrie immer wichtiger. Ohne die könnten wir die Qualität an der Universität schon jetzt nicht mehr aufrechterhalten." <BR><BR>Für dieses Jahr wurden Forschungsaufträge für zehn Millionen Euro eingeworben. "Wir finanzieren 130 Personalstellen durch diese Einnahmen".<BR><BR>Lößl spricht sich strickt gegen eine Einführung von Studiengebühren aus, denn die würden vom wohlverdienten Sold der Offiziersanwärter abgezogen. "Man muss bedenken, dass unsere Studenten ja immer noch Soldaten sind, die im Ernstfall als Streitkräfte gefordert sind. Wie eine Feuerwehr müssen sie trainiert und ausgebildet werden. Man hofft natürlich, dass es kein Feuer gibt." Außerdem sei es nun einmal so, dass die meisten Offiziersanwärter wegen der Möglichkeit kämen, in ihrer Bundeswehrzeit studieren zu können. <BR><BR>Akademiker werden bei der Bundeswehr derzeit besonders im Bereich der Informatik gebraucht. "Viele Kriege werden heute mit Hilfe von Computern geführt. Im Irak-Krieg etwa wurden Raketen nur per Knopfdruck auf ein nicht mit dem bloßen Auge sichtbares Ziel abgeschossen." <BR><BR>Studentinnen sind an der Hochschule noch immer eine Minderheit, aber ihre Zahl wächst. Hatte sich nach der Gesetzesänderung, die Frauen als Offiziersanwärter zulässt, im Jahr 2001 nur eine einzige Frau beworben, waren es dieses Jahr 84. Schwierigkeiten gebe es mit den weiblichen Soldaten keine. "Noch hat keine Frau ihr Studium oder ihre Offiziersausbildung abgebrochen." </P><P> </P>

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