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Rev Billy und seine Jünger singen gegen Starbucks an.

New York: Spaß-Priester will Bürgermeister werden 

Reverend Billy kämpft in New York als falscher Priester gegen Konsum und Kommerz. Der Spaß wird nun zur Politik, denn Billy kandidiert für die Bürgermeisterwahl.

Reverend Billy ist der Lokalmatador New Yorks. Jetzt will der 58-jährige Aktivist und Performancekünstler die Ehre, die ihm seiner Meinung nach gebührt: Er kandidiert für das Amt des Bürgermeisters.

Tatsächlich hat er eine Partei, die ihn unterstützt: Die Green Party. Mit deren Hilfe will der Kopf des "Stop Shopping Glaubens" Langzeit-Bürgermeister Michael Bloomberg die dritte Amtszeit abspenstig machen. Sobald er 7500 Unterschriften gesammelt hat, kommt er auf die Kandidaten-Liste im November.

So richtig räumt ihm niemand Chancen ein: Mit blonder Tolle und quietschbunten Klamotten sieht er nicht aus wie jemand, der New York sicher durch die Finanzkrise lotsen kann. Doch was ihm fast sicher ist - ein Listenplatz - dafür muss der amtierende Bürgermeister Bloomberg noch kämpfen, schreibt zumindest die New York Times über die unerwarteten Wahlkampfgegner. 

Pastor Billys Anliegen kriegt unterdessen unerwartete Aufmerksamkeit. Seit Jahren kämpft er in einer Humorkampagne gegen sinnloses Shopping und Geldverschwendung - das richtige Mittel für die Finanzkrise? Er ließ Gospelchöre in Wal-Marts und vor Starbucks-Filialen singen. Was er unglaublich witzig verpackt, ist in Wahrheit auch der Kampf gegen die Ausbeutung Dritter-Welt-Länder. Dokumentarfilmer haben über den Spaß-Priester den Film "What would Jesus buy?" gedreht - auf deutsch: "Was würde Jesus kaufen?".

Außerdem bescheinigen ihm Anhänger eine Bürgernähe, die Bloomberg angeblich nicht haben soll. Der Mann, im richtigen Leben heißt er William C. Talen und verdient sein Geld mit bezahlten Auftritten, wolle den Fokus wieder auf die Menschen und ihre direkte Umgebung richten. Seine offizielle Stellungnahme steht im Internet. Ach ja - bei Twitter gibt's den Reverend auch.

Derweil Reverend Billy ordentlich Werbung für seine Kampagne macht, findet man bei der Green Party keinen Hinweis auf ihren Spitzenkandidaten für die New Yorker Bürgermeisterwahl. Was den Besucher einer von Billys Aktionsshows erwartet, lesen Sie in diesem Artikel des New York Mag. Wem das Anliegen gefällt - auch in Deutschland wird der "Kauf-nichts-Tag" von Anhängern des "Stop Shoppings" begangen.

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