Rinderwahnsinn und Creutzfeld-Jakob

- Zukunftsorientierte Forschung, die sich im Ergebnis auch wirtschaftlich verwerten lässt, das ist das Ziel der Bayerischen Forschungsverbünde, von denen es derzeit 18 gibt. Wir stellen die von der Bayerischen Forschungsstiftung geförderten Verbünde auf dieser Seite vor, weil hier gezielt die Hochschulforschung unterstützt wird. Heute: Der Forschungsverbund "ForPrion".

<P>Prionen spielen bei seltenen Krankheiten von Tieren und Menschen eine Rolle. <BR><BR>Dazu gehören BSE (Bovine Spongiforme Encephalitis) beim Rind und die Traberkrankheit (Scrapie) bei Schafen. Beim Menschen kennt man die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und heute auch die offenbar über Rinder übertragene neue Form, die nvCreutzfeld-Jakob-Krankheit, außerdem einige andere Krankheitsformen. <BR><BR>Verantwortlich für alle Erkrankungen ist nach der These des Nobelpreisträgers Stanley Prusiner ein verändertes Eiweiß, das so genannte Prion-Protein. Mit den Prionenkrankheiten befasst sich der Forschungsverbund ForPrion. Er wurde im Zuge der "BSE-Krise" 2001 in München gegründet. Forscher aus fünf bayerischen Universitäten und Instituten der Max-Planck-Gesellschaft sind beteiligt.<BR>Prione befinden sich auch in gesunden Gehirnen von Tier und Mensch. Zum Krankheitserreger werden sie erst in veränderter (falsch gefalteter) Form. Sie verursachen auch bei "normalen" Prion-Molekülen eine Missfaltung und lagern sich im Gehirn kranker Tiere in Klumpen aneinander.<BR><BR>Im November 2000 trat in Deutschland der erste Fall von Rinderwahnsinn auf. Ein Test auf die "Bovine spongiforme Enzephalopathie", kurz BSE, ist heute bei Schlachtrindern ab zwei Jahren in Deutschland vorgeschrieben. Das Auftauchen der Krankheit in den USA und 21 BSE-Fälle in Bayern allein 2003 zeigen die Aktualität des Problems. Den Test nicht anzuwenden, wie in hunderten Fällen in Deutschland geschehen, ist zumindest leichtsinnig.<BR><BR>Die Erreger könnten beim Rind durch Fütterung mit Tiermehl von Schafen übertragen worden sein. <BR><BR>"Wir forschen an verschiedenen Themen wie Diagnostik, Verbraucherschutz und Grundlagen", sagt ForPrion-Sprecher Prof. Hans Kretzschmar, Leiter des Neuropathologischen Institutes in Großhadern. <BR>"Die Prionen wandern über den Darm ins Gehirn, das kann bis zu 30 Jahre betragen", erklärt Kretzschmar zum Infektionsweg, wie man ihn bisher kennt. Die Gefahr einer BSE-Übertragung durch Fleisch auf den Menschen sieht er im Moment als gering an: "Prionen befinden sich fast ausschließlich im Gehirn und Rückenmark. Und diese Organe werden jetzt entfernt." Erforscht werden im Verbund genetische Wege zu prionfreien Rindern, um mehr über das Protein zu erfahren. An Mäusen wird außerdem ein "Impfstoff" getestet, der das Immunsystem auf die Erreger aufmerksam macht. Vielleicht ein erster Ansatz für eine Therapie. <BR></P>

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