Rivalen Bill Gates und Steve Jobs gemeinsam auf einer Bühne

Kalifornien: - Carlsbad - Apple-Chef Steve Jobs nimmt immer wieder gern mit seinen Werbekampagnen - und aktuell mit kleinen Filmchen im Netz - seinen großen Rivalen Microsoft aufs Korn. Die beiden Antipoden der Computerindustrie Jobs und Microsoft-Gründer Bill Gates könnten unterschiedlicher nicht sein.

Um so überraschender verlief ein Zusammentreffen der beiden auf einer Bühne im kalifornischen Carlsbad. Mit so viel Lob und Ehrerweisung füreinander hätte wohl kaum jemand in der Computerbranche gerechnet.

Das "Wall Street Journal" hatte die zwei Giganten der Computerindustrie erstmals nach vielen Jahren zu einem gemeinsamen Auftritt auf einer Fachtagung der Zeitung am Mittwoch bewegen können. Das Treffen hatte etwas von einem historischen Ereignis. Denn selbst als Microsoft in den 90er-Jahren mit dem Kauf von Apple-Aktien das angeschlagene Unternehmen rettete, waren sich die beiden nicht persönlich begegnet.

Ein wenig erinnerten der immer korrekt gekleidete Gates und der charismatische Jobs in seinem obligatorischen schwarzen Rolli an die aktuellen Apple-Werbefilmchen. Auch hier trifft ein PC, repräsentiert von einem Anzug tragenden Mann, auf einen Mac, der von einem lässigen Jugendlichen dargestellt wird. Doch selbst solche Sticheleien nahmen beide in Carlsbad auf der Bühne eher zum Anlass für einen humorvollen Schlagabtausch und zogen vornehmlich Samthandschuhe an. Seine Werbefilmchen seien gar nicht fies gemeint. "Der PC-Typ ist großartig", behauptete Jobs. "Seine Mutter liebt ihn", konterte Gates trocken und zeigte sich wenig überzeugt von Jobs Versicherung. "Der PC-Typ ist derjenige, der alles zum Laufen bringt", versuchte Jobs erneut, Gates von der freundlichen Harmlosigkeit des Werbe-Humors zu überzeugen.

Gates und Jobs gehörten in den 80er Jahren zu den wichtigsten Pionieren einer völlig neuen Industrie. Die heutigen Rivalen hatten zwar als Partner begonnen, doch bereits früh trennten sich die Wege der beiden. Während der Gründer des weltgrößten Softwarekonzerns die Verbreitung des Personal Computers und seiner Software in jeden Haushalt der Welt zum Ziel hatte, konzentrierte sich Apple-Mitgründer Jobs auf die Entwicklung und Produktion maßgeschneiderter Computer.

An den wirtschaftlichen Erfolg von Microsoft reichte Apple zwar nie auch nur annähernd heran, doch technologisch war die kleine Firma aus Cupertino dem großen Riesen aus Redmond immer wieder einen Schritt voraus. So bekam ein Microsoft-Computer erstmals eine grafische Benutzeroberfläche, einen Desktop-Papierkorb und eine Maus, als das alles längst auf Apples Macintosh-Computern Standard war. Zur Zeit versucht Microsoft mit seinem Zune-Player, es Apple und dessen erfolgreichem iPod gleichzutun. Bei den ersten Vorstellungen des Geräts erntete Microsoft allerdings erst einmal spöttelnde Kommentare über das klobige Design in vielen Medien im Netz.

Einig zeigten sich die Kontrahenten in Carlsbad in Bezug auf ihre Prognosen zur Zukunft von Software. Dass in den kommenden Jahren leistungsfähige Software-Pakete durch neue Internet-Anwendungen überflüssig werden könnte, wie es manche Branchenbeobachter vorhersagen, glaubt keiner von ihnen. Ganz im Gegenteil werde zukünftige Software auch weiter immer leistungsstärker werden und immer besser und bruchloser die verschiedenen Internet-Dienste unterstützen.

Auf die Frage, was die beiden jeweils am anderen schätzen, sagte Microsoft-Gründer Gates, er würde vieles darum geben, einen solchen Geschmack wie Steve Jobs zu haben. Jobs Entscheidungen gründeten auf einem ausgeprägten Sinn für Menschen und Produkte. Jobs lobte dagegen die Wohltätigkeit seines Konkurrenten. "Ich glaube, die Welt ist ein besserer Platz, weil Bill begriffen hat, dass es nicht sein Ziel ist, der reichste Typ auf Erden zu sein", sagte Jobs. Einen erheblichen Teil seines Vermögens stiftet Gates, der in der "Forbes"- Liste noch immer als reichster Mann der Welt geführt wird, seit Jahren für wohltätige Zwecke.

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