Sie sollen wohl doch bleiben

Rolle rückwärts bei den Roaming-Gebühren?

Berlin - Die Roaming-Gebühren, die EU-Kommission und EU-Parlament ursprünglich per Gesetz bis Juli 2016 ersatzlos abschaffen wollten, sollen einem Zeitungsbericht zufolge noch jahrelang weiter bestehen.

Das berichtete die "Bild"-Zeitung am Freitag unter Berufung auf ein Geheimpapier aus dem Europäischen Rat vom 27. April 2015. Demnach verständigte sich der zuständige EU-Ministerrat darauf, ab 1. Januar 2016 lediglich bis zu knapp definierten Obergrenzen sogenannte "Roam like at home"-Tarife für EU-Bürger einzuführen, die ihr Handy oder Smartphone im EU-Ausland nutzen.

Konkret sei geplant, bei Anrufen aus dem Ausland nur 50 Minuten pro Jahr zu den jeweiligen Inlandskonditionen zu gestatten, berichtete die "Bild". Nach Überschreiten dieses Grenzwertes sollten weiterhin Roaming-Gebühren fällig werden, die aktuell 0,19 Euro pro Minute für Anrufe sowie 0,05 Euro pro Minute für angenommene Anrufe betragen. Ebenso sei vorgesehen, dass EU-Bürger im Ausland nur 50 SMS pro Jahr zu den jeweiligen Inlandsbedingungen abschicken könnten. Ab der 51. SMS würden wiederum Roaming-Gebühren fällig (aktuell 0,06 Euro pro SMS).

Bei der Nutzung des mobilen Internets sehen die EU-Minister dem Bericht zufolge eine Obergrenze von 100 Megabyte pro Jahr vor. Wer diesen Wert bei Auslandsreisen überschreite, müsse ebenfalls weiter Aufschläge zahlen (aktuell 0,20 Euro pro MB verbrauchtes Datenvolumen). Die EU-Parlamentarierin und frühere EU-Kommissarin Viviane Reding bezeichnete die Pläne laut "Bild" als "Schande". "Eigentlich müsste es einen Volksaufstand geben!", sagte Reding. "In geheimen Brüsseler Ministerialrunden wird beschlossen, den Leuten weiter das Geld aus der Tasche zu ziehen."

AFP

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Falsche Drittanbieter-Forderungen: So wehren Sie sich
Fünf Euro für ein Klingelton-Abo? Und 2,99 Euro für einen Download, an den sich niemand erinnert? Solche Posten tauchen immer wieder in Mobilfunkrechnungen auf und …
Falsche Drittanbieter-Forderungen: So wehren Sie sich
ARM kündigt Chip für künstliche Intelligenz an
Smartphones und andere mobile Geräte werden bald viel besser Aufgaben künstlicher Intelligenz bewältigen können. Dafür sollen neue Chipdesigns von ARM sorgen. Und Apple …
ARM kündigt Chip für künstliche Intelligenz an
Router im Test: Mit welchem Gerät Sie am schnellsten online gehen
Und hopp! So ein schnelles Internet wünscht sich jeder. Klappt aber nicht immer. Lesen Sie, wie die Stiftung Warentest Router bewertet. Den Router zu wechseln, lohnt …
Router im Test: Mit welchem Gerät Sie am schnellsten online gehen
Dateien per Bluetooth empfangen
Kleine Datenmengen lassen sich bequem mit Hilfe des Funkstandards Bluetooth austauschen. Das funktioniert auch zwischen Rechner und Handy.
Dateien per Bluetooth empfangen

Kommentare