Römische Grabstätte nach ägyptischem Vorbild

- Ein im politischen Leben eher unbedeutender Mann war es, der im ersten Jahrhundert vor Christus ein viel beachtetes Bauwerk im antiken Rom errichten ließ. Caius Cestius baute unter der Herrschaft von Augustus eine Pyramide von 100 römischen Fuß Länge an der Basis und 125 Fuß, also mehr als 36 Metern, Höhe. Er schuf damit ein "einmaliges architektonisches Glanzstück", meint Privatdozent Richard Neudecker.

<P>Der Archäologe wird die Pyramide des Cestius am Donnerstag, 16. Dezember in der Reihe "Meisterwerke der antiken Kunst" vorstellen (18.15 Uhr, Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität, Hörsaal 101).<BR><BR>Warum Cestius das in der Form den Grabstätten ägyptischer Pharaonen nachempfundene Bauwerk aufstellte, darüber wird spekuliert. Wahrscheinlich sei er im Gefolge von Augustus in Ägypten gewesen, als der das Land in Besitz nahm, vermutet Neudecker.<BR><BR>Dabei, so erläutert der Archäologe, nahm sich Caius Cestius jedoch nicht die größten bekannten Pyramiden von Cheops und Chephren als Vorbilder. "Die Pharaonen ließen sich ihre Grabpyramiden vom Schweiß und Leid Tausender errichten", so Richard Neudecker. Die Pyramiden galten also bei den Römern als Symbole für eine tyrannische Herrschaft. Deshalb seien sie trotz aller Begeisterung für das Land Ägypten auf in römischen Villen an die Wand gemalten Nillandschaften nie abgebildet worden.<BR><BR>Cestius orientierte sich aus diesem Grund an der dritten, der kleinen Pyramide von Gizeh, der des Mykerinos. Der galt laut Neudecker als einsichtiger Herrscher, der das Volk nicht mehr unterdrückte. Archäologe Neudecker ist überzeugt: "Diese kleine, politisch sozusagen unbedenkliche Pyramide war es, so vermute ich, die um ihrer Schönheit willen von Cestius als Monument für seine Begräbnisstätte nachgeahmt wurde." </P>

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