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Kurz vor dem Verbot: Der Film „Rothenburg“ wurde mit Plakaten angekündigt, bevor seine Ausstrahlung kurz vor dem Kinostart gestoppt wurde.

Kannibalenfilm „Rohtenburg“ darf gezeigt werden

Die Kunstfreiheit wiegt schwerer als die Persönlichkeitsrechte, zumindest in diesem Fall: „Der Kannibale von Rothenburg“ über Armin M. darf gezeigt werden.

Der umstrittene Kinofilm „Der Kannibale von Rohtenburg“ darf nun doch gezeigt werden. Der Bundesgerichtshof hob am Dienstag ein Verbot in letzter Instanz auf. Der als „Kannibale von Rotenburg“ bekanntgewordene Armin M. hatte erreichen wollen, dass der Horrorfilm über seine Tat nicht in deutschen Kinos gezeigt werden darf.

Das Persönlichkeitsrecht des Klägers müsse in Abwägung mit der Kunst- und Filmfreiheit zurückstehen, entschied der BGH in Karlsruhe. Dies gelte, obwohl der als „Real-Horrorfilm“ vermarktete Streifen den Kläger als Person erheblich belasten könne.

M. hatte im März 2001 einen Mann getötet und Teile der Leiche aufgegessen. Er war im Mai 2006 zu lebenslanger Haft verurteilt worden (VI ZR 191/08). Der Film der US-Produktionsfirma Atlantic Streamline zeigt laut BGH „nahezu detailgenau“ die tatsächliche Lebensgeschichte und den Charakter des Mörders.

Während M. in den ersten beiden Instanzen erfolgreich war, wertete der für das allgemeine Persönlichkeitsrecht zuständige VI. BGH-Zivilsenat neben der Kunstfreiheit auch das öffentliche Interesse an der Tat. Der Spielfilm enthalte keine Verfremdungen oder Entstellungen und stelle den Achtungsanspruch des Klägers als Mensch nicht infrage, entschied der Senat. Zwar berührten die Bilder den besonders schutzwürdigen Kern der Privatsphäre des Klägers. „Weil diese Informationen sich unmittelbar auf die Tat und die Person des Täters beziehen, dürfen aber auch solche Details geschildert werden“, hieß es in Karlsruhe.

Der Berliner Verleih Senator hatte den Film mit dem deutschen Schauspieler Thomas Kretschmann in der Hauptrolle bereits im März 2006 in die Kinos bringen wollen. 20min.ch bietet eine Bildergalerie mit Filmszenen an. M. hatte sich nicht nur gegen diesen Film, sondern auch gegen andere Produktionen zu dem Fall zur Wehr gesetzt. (dpa)

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