Sachbuch

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<P>Ein Kaninchen, das von einem Fuchs verfolgt wird, versucht zu entkommen, indem es unberechenbare Haken schlägt. Diese Strategie funktioniert aber nur, wenn das Kaninchen selbst nicht weiß, welchen Zickzackkurs es nehmen wird. Die Evolution hat deshalb sein Gehirn mit einem Zufallsgenerator für chaotisches Verhalten ausgerüstet. Auch im menschlichen Gehirn ist ein solcher Zufallsgenerator am Werk, der das spielerisch-kreative Denken, Sprechen und Handeln ermöglicht.</P><P>Schon deswegen, behauptet Stefan Klein, lässt sich eigenes oder fremdes Verhalten nicht vorhersagen. Hinzu kommt, dass das Gehirn nicht sämtliche psychischen Vorgänge erfassen kann, die am Zustandekommen einer Entscheidung beteiligt sind. Und schließlich: Immer wenn Menschen in ihre Umwelt eingreifen, lösen sie Wirkungen aus, die auf ihr Handeln zurückwirken. Mit diesen Rückkoppelungen kommt unweigerlich der Zufall ins Spiel. Ohne den Zufall, der die Saurier vernichtet hat, hätte die Menschwerdung des Affen nicht stattgefunden. Ohne Zufall gäbe es weder Moral noch Kunst, und viele Entdeckungen und Erfindungen wären nie gemacht worden.</P><P>Gestützt auf diese Erkenntnisse plädiert Klein dafür, sich mit dem Zufall zu verbünden und die Chancen, die er eröffnet, konsequent zu nutzen. Auf die Frage, wie der Zufall unser Leben bestimmt, bleibt Klein allerdings die Antwort schuldig, und er kann sich nicht entscheiden, wie viel Gewicht er der Umwelt, den Erbanlagen oder dem Zufall beimessen soll. Trotzdem ein brillantes Buch. </P><P>Das Buch: <BR>Frank Ufen: Alles Zufall. Die Kraft, die unser Leben bestimmt. Von Stefan Klein; Rowohlt, 2004, 377 S., 19,90  Euro.</P>

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