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Über 800 verschiedene Emojis haben Forscher für eine Studie ausgewertet.

Es muss nicht immer ein Smiley sein

Herzen und Kothaufen: Auf diese Emojis steht die Welt

London - Emojis bringen Farbe in Whats-App-Dialoge und Gefühle in Facebook-Posts. Jetzt zeigen Forscher: Jedes Land hat seine eigenen Vorlieben. 

Emojis machen die Kommunikation per Chat einfacher: Mit einem einzigen Zeichen kann man Freude, Traurigkeit, Verliebtsein und Ironie ausdrücken. Es gibt Grafiken für das Wetter, den Sport, das tägliche Leben ist in Symbole gepresst. Bei Whats-App werden Blumen überreicht, auf Facebook Geburtstagstorten verschickt und selbst mit der guten alten SMS lässt sich in Textnachrichten ein Feuerwerk zünden. Jetzt haben Forscher des britischen App-Entwicklers SwiftKey nach der Auswertung einer Milliarde Datenschnipsel herausgefunden, dass es zwischen den Nutzern weltweit erhebliche Unterschiede gibt. Jedes Land hat seine eigenen Emoji-Vorlieben. 800 unterschiedliche Emojis fanden in ihrer Studie Berücksichtigung. 

Eine Gemeinsamkeit haben alle Nutzer weltweit: Rund um den Globus verwenden Nutzer mit positiven Gefühlen besetzte Emojis häufiger als andere. 45 Prozent aller verwendeten Emojis transportieren eine fröhliche Stimmung. Am bekanntesten: Das klassische Smiley. Traurige Emojis werden mit 15 Prozent deutlich seltener verschickt.

Dann gehen aber auch schon die Unterschiede los: Dass ausgerechnet Franzosen Zeichen der Liebe mit ihren Smartphones versenden, dürfte kaum überraschen. In Frankreich werden Herz-Emojis viermal so häufig versendet wie im Rest der Welt.

Rätselhafter sind eher die Kanadier: In keinem Land der Welt wird das sogenannte "Poop-Emoji" häufiger verwendet als in Kanada. Dicht gefolgt von Vietnam. Das Emoji zeigt einen Haufen Exkremente, bei iOS-Nutzern verziert mit lachendem Mund und Augen.

In der arabischen Welt finden Blumen und Pflanzen besonderen Anklang. Araber verschicken Blüten vier mal häufiger als der Rest der Welt.

Die Spanier sind unangefochten Weltmeister im Versenden von Party-Symbolen. Allerdings wird der Geburtstagskuchen besonders häufig in den USA verschickt.

Die Russen sind der Studie nach die größten Romantiker. Sie nutzen romantische besetzte Emojis dreimal so häufig wie der weltweite Durchschnitt. Ebenfalls beliebt in Russland: Emojis, die kaltes Wetter symbolisieren.

In den wärmeren Gegenden der Welt sind kühle Getränke beliebt: Australier haben eine Vorliebe für Emojis, die mit Alkohol zu tun haben. Bier, Wein und Cocktails werden dort häufiger in Textnachrichten versendet als anderswo auf der Welt.

US-Amerikaner verwenden häufiger sogenannte LGBT-Emojis als der weltweite Durchschnitt. LGBT steht für "Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender", also Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Zu den Emojis zählen beispielsweise der Regenbogen oder zwei Männer beziehungsweise zwei Frauen, die Hand in Hand miteinander gehen. Bei Vietnamesen und Franzosen finden LGBT-Symbole selten Verwendung.

Nur über das Verhalten der Deutschen sagt die Studie recht wenig aus. Klar ist: Gewalt-Emojis wie Waffen, Messer oder Explosionen verschickt man hierzulande besonders selten - im Gegensatz zu den doch sonst so friedliebenden Kanadiern. Auch Lippenstift und High-Heels finden in deutschen Textnachrichten kaum Anklang - ebenso wie Fast-Food-Symbole sowie Geld- und Technik-Emojis.

Übersichtsseiten im Internet geben einen Überblick über die Fülle von Emojis in den verschiedensten Kategorien, die es inzwischen gibt.

Übrigens: Emojis sind nicht zu verwechseln mit Emoticons. Letztere werden aus Satzzeichen der Tastatur gebildet. Bekanntestes Beispiel: Das lachende Gesicht, bestehend aus einem Doppelpunkt, einem Bindestrich und einer Klammer. Smiley wird das Gesicht erst dann genannt, wenn es als Grafik erscheint.

seh

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