SARS weit tödlicher als bislang angenommen

- London - Die Lungenkrankheit SARS ist nach einer britischen Studie weit tödlicher als bislang angenommen. Besonders ältere Menschen sind gefährdet. Zu diesem Schluss gelangt ein Forscherteam um Christl Donnelly und Roy Anderson vom Imperial College London, eines der weltweit führenden Institute für Infektionskrankheiten.

<P>Nach ihrer am Mittwoch vom Fachmagazin "Lancet" im Internet veröffentlichten Studie sterben rund 20 Prozent der mit dem SARS- Virus infizierten Krankenhauspatienten.</P><P>Wie die Untersuchungsergebnisse zeigen, liegt die Sterblichkeitsrate für Patienten im Alter von mehr als 60 Jahren bei über 40 Prozent. Bei jüngeren Infizierten wurde eine Todesrate von rund 13 Prozent ermittelt. Die durchschnittliche Inkubationszeit von SARS, also die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit, wurde auf etwa sechseinhalb Tage geschätzt.</P><P>Die Weltgesundheitsorganisation WHO ging bislang von einer Sterblichkeitsrate zwischen 5 und 6 Prozent aus. Die britische Studie stützt sich auf die Analyse von 1425 SARS-Fällen in Hongkong in den ersten neun Wochen nach Ausbruch der Krankheit. Die neue Schätzung der Todesrate könne allerdings noch etwas sinken, falls es weitere nicht registrierte Fälle gebe, die nicht zu Krankenhausaufenthalten oder zum Tod führten, räumen die Autoren der Studie ein.</P><P>Die Ergebnisse zeigten jedoch, dass es enorm wichtig sei, neue Fälle rasch zu erkennen und unverzüglich zu behandeln, um die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. "Die Regierungen müssen sicherstellen, das sich Menschen mit SARS-Symptomen umgehend melden und sich in eine Krankenhaus-Quarantäne begeben, damit dort getestet werden kann, ob sie mit dem SARS-Virus infiziert sind", sagte Anderson der BBC.</P>

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