Ein Saturnring aus Eis

- Heidelberger Physiker sind überzeugt, eines der Geheimnisse des Saturn, die Entstehung seines großen E-Ringes, geklärt zu haben. Sein Material stammt demnach von einem der 39 Saturnmonde.

Am 14. Juli war die amerikanisch-europäische Forschungssonde "Cassini" so nahe wie nie zuvor am Eismond Enceladus vorbeigeflogen und hatte seine Kameras und Messinstrumente auf den Saturntrabanten gerichtet.

Die Sonde, die seit einem Jahr den zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems umrundet, flog dabei in nur 169 Kilometer Höhe mit einer Geschwindigkeit von 8,17 Kilometern pro Sekunde über die Oberfläche von Enceladus und schickte drei Stunden lang Bilddaten zur Erde.

Die jetzt ausgewerteten Bilder zeigen Eisvulkane auf diesem Saturnmond. Und diese erzeugen, wie das Forscherteam vom Max-Planck-Institut für Kernphysik berichtet, einen Großteil der Staubteilchen in dem größten Planetenring unseres Sonnensystems.

Nach den Messungen, die mit dem HRD-Sensor des "Cosmic Dust Analysers" (CDA) unter Leitung der Heidelberger Wissenschaftler durchgeführt wurden, besteht der E-Ring überwiegend aus gleich großen Teilchen, mit einem Radius von 0,3 bis zwei Mikrometern (tausendstel Millimetern).

Erstmals konnte die Staubverteilung tief innerhalb des Schwerkraftbereiches dieses Eismondes direkt untersucht werden. Danach wird ein bedeutender Anteil der Staubteilchen wahrscheinlich durch Eisvulkane in der Südpolregion des Mondes Enceladus erzeugt. Während ein Teil des freigesetzten Staubes eine Wolke um den Mond selbst bildet, speisen die übrigen Staubteilchen den E-Ring des Saturn.

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