Schauer lassen Bayerns Berge beben

- Schummrig ist so manchem Bergsteiger auf dem Gipfel des Hochstaufen zu Mute. Doch nicht die Luft auf dem 1772 Meter hohen Berg nahe Bad Reichenhall bereitet dem Wanderer Probleme: Tief unter der Felsmasse rumort es - die Erde bebt. Auslöser ist oft der Regen, wie Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität jetzt herausgefunden haben.

"Zum ersten Mal konnten wir einen direkten Zusammenhang zwischen Regen und Erdbeben auf diesem Planeten nachweisen", erklärt Professor Heiner Igel vom Institut für Geophysik.

Regenwasser erhöht den Druck im Gestein

Im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" haben die LMU-Forscher ihre Ergebnisse nun veröffentlicht: Dringt das Wasser in die Poren des Gesteins ein, dann steigt der Druck im Inneren der Felsmassen - bis er sich in einem Erdbeben entlädt.

Seit 2001 messen die Geophysiker mit fünf Sensoren Erdbeben und Gesteinsdruck unter dem Hochstaufen. Die Nadeln der empfindlichen Seismografen schlagen selbst dann aus, wenn die Menschen die zitternde Erde gar nicht spüren. Allein 2005 konnten die Wissenschaftler so mehr als 1100 Beben aufzeichnen und analysieren. In diesem Jahr waren es immerhin 50.

Vor allem in den regenreichen Monaten März und August schwankte der Hochstaufen. Mit Hilfe der gesammelten Daten und ihrer Berechnungen stellten sie Prognosen für die kommenden Monate auf - und lagen fast immer richtig. Doch damit Wasser ein Beben auslösen kann, muss der Druck im Erdinneren schon zuvor sehr hoch sein, zum Beispiel dort, wo tektonische Platten zusammenstoßen. Dann können schon Regentropfen reichen um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Denn schon geringe Druckveränderungen reichen aus, wie die Forscher herausfanden. "Wer hätte gedacht, dass es in Bayern so interessante Erdbeben gibt", sagt Igel begeistert.

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