Schlangestehen für das neue iPhone

Bonn/Düsseldorf/Tokio - Der Verkaufsstart des neuen Apple-Handys iPhone 3G hat am Freitag weltweit wie schon bei der ersten Generation des Geräts zu Warteschlangen an den Verkaufsstellen geführt.

In Tokio versammelten sich rund 1.500 Menschen vor dem Geschäft des japanischen Mobilfunk-Partners Softbank. Auch aus den Filialen der Deutsche Telekom wurde "Rieseninteresse" gemeldet. "Egal ob Hamburg, München oder Bonn, es ist überall rappelvoll", berichtete eine T-Mobile-Sprecherin in Bonn.

In Düsseldorf war der Andrang aber schnell wieder vorbei: "Ausverkauft", berichtete eine Verkäuferin. "Wir hatten allerdings auch nur zwölf Geräte." In ganz Deutschland sollen nur wenige tausend der Handys zum Verkaufsstart zur Verfügung gestanden haben, was manchen Kaufwilligen verärgert von dannen ziehen ließ. "Wir kommentieren diese Zahlen nicht", hieß es aus der T-Mobile-Zentrale. Es hätten aber mehrere tausend Vorbestellungen vorgelegen.

Von der ersten Generation des iPhone sollen in Deutschland bis Mai rund 100.000 Geräte verkauft worden sein. Das neue iPhone 3G kam am Freitag in 22 Ländern auf den Markt. Im Vergleich zu der vor einem Jahr eingeführten ersten Version unterstützt das neue Modell schnellere Daten-Übertragung über UMTS und GPS-Navigation.

Das mobile Surfen im Internet wird damit deutlich schneller. Außerdem kann es über eine neue Anbindung an das Microsoft-Email-Programm Outlook nun ähnlich wie das BlackBerry E-Mails besser mobil empfangen und verwalten. Damit zielt Apple nun neben der Zielgruppe der privaten Verbraucher verstärkt auch auf Geschäftskunden.

Bei T-Mobile kostet das neue iPhone je nach Tarif in Verbindung mit einem Zwei-Jahres-Vertrag mit 8 oder 16 Gigabyte Speicher zwischen einem und 250 Euro. Außerdem können von Freitag an bei Apple hunderte Zusatz-Programme für das iPhone heruntergeladen werden. Es geht dabei zum Beispiel um Spiele und Kommunikations-Software. Die Programme können von Entwicklern im neuen "App Store" von Apple angeboten werden. Ein Viertel der zunächst rund 500 Anwendungen soll kostenlos sein.

Mit der Vielfalt an Programmen will Apple das iPhone als mobile Computer-Plattform etablieren. Der Konzern hat sich für dieses Jahr den Verkauf von zehn Millionen iPhones vorgenommen und würde damit etwa ein Prozent des weltweiten Mobilfunkmarktes halten.

Nicht alle Zusatzprogramme sind allerdings bei Apple erhältlich: Beim Düsseldorfer Internettelefonie-Anbieter indigo (Sipgate) ging am Freitag eine Abmahnung von T-Mobile-Anwälten ein. Indigo hatte eine Software kostenlos bereitgestellt, mit der mit dem iPhone über eine WLAN-Verbindung zu weit günstigeren Internettelefonie-Tarifen telefoniert werden kann. "Die Telekom versucht, den Kunden vorzuschreiben, wie sie ihr Telefon zu nutzen haben. Sie schreckt auch nicht davor zurück, ihnen die Internet-Telefonie vertraglich zu untersagen", sagte indigo-Geschäftsführer Thilo Salmon.

Das erste iPhone von Apple avancierte vor einem Jahr bereits kurz nach Verkaufsstart zum Kultobjekt und wurde trotz einiger bemängelter Schwächen schnell zum Maßstab für die ganze Handy-Industrie. Vor allem die leichte Bedienbarkeit mit dem Finger über das "Multi- Touch"-Display hatten viele Handy-Hersteller zu kopieren versucht.

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