Schlussakkord mit Rätseln

- Wir waren bei den ersten Takten des Lacrimosa, als Mozart heftig zu weinen anfing, die Partitur beiseite legte, und elf Stunden später, um ein Uhr nachts, verschied." Dies berichtet der Tenor Benedikt Schack über die letzten Stunden des Komponisten. Am 5. Dezember 1791 starb Wolfgang Amadeus Mozart im Alter von 35 Jahren. Um die Ursache seines frühen Todes ranken sich bis heute Gerüchte und Verschwörungstheorien.

Das Totenbuch nennt eine natürliche Todesursache: "Am 5. Dezember 1791 starb im kleinen Kaiserhaus an der Rauhensteingasse in Wien der Wohledle Herr Wolfgang Amadeus Mozart, K.K. Kapellmeister und Kammer Compositeur an einem hitzigen Frieselfieber." Als "Frieselfieber" verstand man hohes Fieber mit Hautbläschen. Doch bald kamen Gerüchte auf. Die Todesahnungen des Komponisten, ein "grauer Bote", der das letzte Werk, die Totenmesse, bestellte, sowie der "aufgequollene" Leichnam gaben der Fantasie Nahrung.

Das "Musikalische Wochenblatt" vermutete eine Woche nach Mozarts Tod, er sei ermordet worden. Unter Verdacht stand sein Konkurrent Antonio Salieri. Dieser goss später selbst Öl ins Feuer der Gerüchte. Als die Syphilis seinen Geist verwirrte, soll er behauptet haben, er habe Mozart vergiftet. Zeugen und Gutachten entlasteten den Komponisten. Der Verdacht hält sich bis heute, genährt durch Kunstwerke von Alexander Puschkins Bühnenfragment "Mozart -Salieri" bis zu Milos Formans "Amadeus".

Auch wenn die Mordhypothese bei Biografen heute nicht mehr beliebt ist, Einigkeit über die Todesursache herrscht nicht. Syphilis, eine chronische Infektionn, eine Überfunktion der Schilddrüse, eine unbekannte Wechselwirkung von Arzneien, Gifte, wie Blei und Arsen -Theorien gibt es viele. Unter akutem Verdacht steht eine Quecksilbervergiftung. Auch der Statistiker Ludwig Köppen führt in "Mozarts Tod" den Tod des Komponisten auf das Schwermetall zurück -allerdings nicht als Folge böser Absicht. Er glaubt, Mozart habe sich im Frühjahr 1791 mit Syphilis infiziert. Quecksilberchlorid galt als wirksames Mittel gegen die verbreitete Krankheit. Für Köppen steht fest: Mozart hat zu hoch dosiert und seine Nieren zerstört. Die "unsaubere" Todesursache sei dann vertuscht worden.

Als wahrscheinlich gilt heute indes eine chronische Krankheit: Demnach litt Mozart an einer Streptokokken- Infektion, die er sich als Kind zugezogen hat. Das überlieferte hohe Fieber, die Kopfschmerzen, das Erbrechen sind laut Experten typisch für einen durch die Infektion ausgelösten rheumatischen Anfall. -Manchmal ist auch der Tod eines Genies prosaisch.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mitteilung zu Mobilfunk-Preiserhöhung muss deutlich sein
Für Mobilfunkkunden hört sich "Tarifinformation" zunächst besser an als "Preiserhöhung". Doch solche Umschreibungen führen in die Irre oder sorgen dafür, dass der …
Mitteilung zu Mobilfunk-Preiserhöhung muss deutlich sein
CCleaner mit Virenscanner - bei Installation abwählen
Ein Doppelpack aus CCleaner und Virenscanner klingt erst einmal nach einem attraktiven Angebot. Doch wer bereits einen Virenscanner installiert hat, kann mit einem …
CCleaner mit Virenscanner - bei Installation abwählen
Zum Energiesparen Akku-Regler korrigieren
In Windows 10 lässt sich einstellen, wie leistungsfähig das System sein soll: Das hat im Akkubetrieb Einfluss darauf, wie lange der Akku das Gerät mit Energie versorgen …
Zum Energiesparen Akku-Regler korrigieren
Neu auf dem Markt: Frische Smartphones und HD-Audio
Musik-Streamingdienst Deezer lockt mit Musik kostenlos in Hifi-Qualität. Das gilt für Nutzer, die die neue Desktop-App herunterladen. Neu in den Regalen liegen zudem die …
Neu auf dem Markt: Frische Smartphones und HD-Audio

Kommentare