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Wie schnell muss mein Internet sein?

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München - Haben Sie das Gefühl, Sie surfen immer langsamer? Wir verraten Ihnen die besten Tipps, welchen Anschluss Sie sich holen sollten. Es kommt ganz darauf an, was für ein Typ Surfer Sie sind.

Haben Sie das Gefühl, Sie surfen immer langsamer? Das kann technische Gründe haben – Probleme mit der Hardware, der Leitung oder beim Provider. Doch meist gibt es zwei Ursachen für die Internet-Bremse. Einerseits werden die Inhalte ständig multimedialer und aufwendiger. Immer mehr Nutzer schauen Filme mit Netflix, hören Musik mit Spotify, telefonieren mit Skype oder spielen online mit der PlayStation. Und hochauflösende YouTube-Videos schlucken heute drei- bis fünfmal mehr Daten als die unscharfen Filme von einst. Das summiert sich. Zudem sind in den meisten Haushalten immer mehr Geräte gleichzeitig online. Und jedes Handy, jedes Tablet, jede Spielkonsole, macht Ihr WLAN langsamer! Hier ähneln sich Datenautobahn und richtige Autobahn: Es sind immer mehr Daten/Autos unterwegs – doch die Leitung/Straße wird nicht breiter. Und schon staut es sich. Deshalb ist es gut möglich, dass Ihr Ruckel-Internet mit DSL 2000 oder 6000 (steht für 2000 oder 6000 Kilobit pro Sekunde, kbit/s) mittlerweile nicht mehr reicht. Aber wer braucht welchen Anschluss, welche Bandbreite?

Gelegenheitssurfer

Sie surfen bisweilen, schreiben E-Mails oder nutzen Facebook. Sie laden aber keine Filme oder Musik, und Ihr Rechner ist meist als einziges Gerät online.

Der tz-Tipp: Hier genügt eigentlich ein DSL-6000-Anschluss. Bei den meisten Providern ist DSL 16 000 aber kaum teurer, zum Beispiel bei 1&1, M-net oder O2 um die 20 bis 25 Euro für Surf- und Telefonflatrate. Dann greifen Sie zu DSL 16 000 und haben ein paar Temporeserven.

Multimedia-Fan

Sie wollen Musik aus dem Netz laden oder Filme und Serien bei Netflix sehen – und zwar ohne Ruckeln!

Der tz-Tipp: Wenn Sie die Videos nur in normaler Bildqualität anschauen wollen, zum Beispiel auf Handy oder Tablet, genügt DSL 16 000. Für brillante HD-Bilder auf dem Flachbildfernseher brauchen Sie zumindest eine Leitung mit 25 000 kbit/s, besser sind 50 000. Hier ist Kabel Deutschland ab etwa 20 Euro im Monat am günstigsten.

Zocker

Sie spielen online mit PlayStation 4, Xbox One oder Highend-PC – und Ihre Gegner sitzen überall auf der Welt, von München bis Miami. Ein paar Reserven, wenn Ihre Spezln gleichzeitig surfen wollen, sollte die Leitung auch noch bieten.

Der tz-Tipp: 16 000 kbit/s genügen, 25 000 sind besser. Denn beim Online-Zocken kommt es vor allem darauf an, wie schnell die Leitung reagiert (Latenzzeit). Erkundigen Sie sich bei den Providern (z.B. Kabel Deutschland, Vodafone, 1&1) nach diesem Wert.

Datensammler

Sie sind der Jäger und Sammler des Internet – und laden (hoffentlich nur legal!) einfach alles herunter, was Ihnen auf den Bildschirm kommt. Ihre Festplatten sind mit Musik, Filmen, Fotos und Spielen prall gefüllt.

Der tz-Tipp: Mit 50 000 kbit/s machen Sie sehr schnell Beute (25 bis 30 Euro). Beim Münchner Tempo-Champion M-net sind aber sogar bis zu 300 000 kbit/s möglich (65 Euro). Achten Sie darauf, dass Ihr Vertrag kein Datenlimit enthält, sonst ist die Jagd schnell vorbei.

Familie

Bei Ihnen tummelt sich die ganze Familie gleichzeitig im Netz – die Eltern schauen per Netflix eine Serie, die Kinder surfen mit Tablet und Spielkonsole.

Der tz-Tipp: Hier stößt DSL 16 000 schnell an seine Grenzen – denn es bietet ja nur „bis zu“ 16 000 kbit/s, in Wahrheit sind es meist weniger. Deshalb sind hier 25 000 bis 50 000 kbit/s (20 bis 30 Euro, z.B. Kabel Deutschland oder Telekom) ideal und bieten genügend Reserven. Meist werden solche Anschlüsse als VDSL bezeichnet.

Uploader

Ihnen ist es wichtig, dass Sie Daten sehr schnell ins Internet hochladen können – zum Beispiel, weil Sie als Fotograf hochauflösende Bilder für Ihre Kunden online zur Verfügung stellen wollen.

Der tz-Tipp: Die Anbieter geben den Wert für den Upload (der technisch bedingt stets niedriger liegt als der Download) immer extra an. Um die 10 000 kbit/s sind erstklassig. Solche Tarife finden Sie ab rund 25 Euro im Monat (z.B. O2). Übrigens: Im sonst so schnellen Kabelnetz sind die Uploads meist recht langsam.

Digitaler Einsiedler

An Ihrem Wohnort ist weder DSL noch Kabel-Internet verfügbar. Per LTE-Mobilfunk können Sie mittlerweile dennoch schnell surfen – allerdings mit zwei Nachteilen. Das Funk-Internet ist deutlich teurer, und die Datenmenge ist immer limitiert. Wenn Sie zu viel surfen, bekommen Sie zwar keine höhere Rechnung, aber die Provider drosseln die Leitung auf Schneckentempo.

Der tz-Tipp: 15 Gigabyte (GB) pro Monat sollten meist genügen, zum Beispiel bei Vodafone für 40 Euro.

Und noch drei Tipps:

- Erkundigen Sie sich vorab beim Provider, ob die Leitung in Ihr Haus überhaupt Ihr Wunsch-Tempo ermöglicht. Denn oft ist technisch nicht mehr drin als DSL 2 000 oder 6 000.

- Die angegebenen Preise gelten meist für die ersten beiden Vertragsjahre, danach wird der Tarif oft teurer. Doch dann gibt es längst neue Angebote. Wenn Sie rechtzeitig kündigen (im Kalender vormerken!), können Sie neu verhandeln oder wechseln.

- Achten Sie darauf, dass Ihr DSL-Tarif auch eine Telefon-Flatrate enthält. Bei besonders günstigen Lockangeboten fehlt dieser Bestandteil manchmal.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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