Was schon Marco Polo sah

- Kaum ein Buch erweiterte den Horizont der Menschen im Mittelalter so entscheidend wie Marco Polos Reisebericht "Il Milione", den der Venezianer nach seiner 24 Jahre dauernden Reise in den fernen Osten verfasste.

<P> Ob Marco Polo, zusammen mit seinem Vater und seinem Onkel wirklich das mongolische Großreich des Kublai Khan besuchte und dem Herrscher lange Zeit als Berater diente, ist für manche Historiker immer noch nicht klar bewiesen.</P><P>Einer aber ist davon felsenfest überzeugt: Der Fotograf Michael Yamashita.<BR><BR>Mehr als 700 Jahre nachdem die Polos im Jahre 1271 von der Lagunenstadt zu ihrer Forschungs- und Handelsreise entlang der Seidenstraße aufbrachen, wurde auch Yamashita vom Fernweh gepackt. <BR>Mit Polos Buch im Gepäck, das der berühmte Italiener nach seiner legendären Reise in Gefangenschaft in Genua im Jahr 1298 geschrieben hatte, begab sich Yamashita mit der Kamera auf die Spuren des Abenteurers und reiste zwei Jahre durch die entlegensten Winkel Asiens.<BR><BR>Von Marco Polos Geburtsort Venedig reiste auch Yamashita tausende von Kilometern durch die Gebirge und Wüsten des Irak und des Iran, durch die Kriegsgebiete Afghanistans über die Mongolei bis nach China. Das Resultat dieser Expedition hat der Fotograf nun in seinem prächtigen Bildband "Marco Polo - eine wundersame Reise" veröffentlicht. <BR><BR>Yamashita vollzog Polos Reise teilweise bis ins kleinste Detail nach und fand noch Jahrhunderte später viele Orte und kulturelle Besonderheiten, die noch heute exakt der damaligen Beschreibung gleichen. <BR> So beschrieb der Venezianer zum Beispiel in seinem "Reiseführer", wie Yamashita Polos Buch nennt, dass die Menschen in der chinesischen Provinz Yunnan rohes Fleisch essen, tätowiert sind und sich Goldzähne einsetzen lassen. <BR><BR>Yamashita begab sich ebenfalls nach Yunnan. In einem der Dörfer war der Fotograf plötzlich umringt von Frauen mit Goldzähnen und jungen tätowierten Männern, die ihn auf eine Hochzeit einluden, wo die Gäste rohes Schweinefleisch verzehrten. Solche und zahlreiche ähnliche Begebenheiten, die Yamashita in seinem Buch eindringlich beschreibt, haben den Fotografen schließlich überzeugt, dass Marco Polo wirklich in Asien war.<BR><BR>Der hervorragende Bildband lebt nicht nur von den professionellen Fotografien, sondern auch von den parallelen Erzählungen der Abenteuer von Marco Polo und den Erlebnissen Yamashitas, 700 Jahre später. Historische Abbildungen und Karten aus den Lebzeiten des berühmten Weltreisenden geben Einblick in das mittelalterliche Italien sowie in das Geschehen am Hofe des Kublai Khan und ergänzen die spannenden Berichte des Fotografen. <BR></P><P>"Marco Polo - Eine wunder same Reise"<BR>Frederking und Thaler, gebundene Ausgabe, 504 Seiten, 360 Farbfotos, 15 Karten; 29,90 Euro.</P>

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