Der schützende Schlafsack

- Es ist wahrscheinlich eine der schlimmsten Erfahrungen, die Eltern eines Babys machen können: Das bis dahin offenbar völlig gesunde Kind liegt plötzlich tot in seinem Bettchen. 323 Säuglinge starben 2004 am Plötzlichen Kindstod. Er ist die häufigste Todesursache bei ein bis zwölf Monate alten Kindern. 95 Prozent der Todesfälle ereignen sich im ersten Lebenshalbjahr, die meisten im zweiten und dritten Lebensmonat.

"Die eigentliche Ursache ist trotz intensivster Forschung noch unklar", sagt der Oberarzt der Säuglingsstation im Haunerschen Kinderspital München, Dr. Joseph Rosenecker. Nur Vermutungen gebe es bisher -etwa, dass die Ursache in einer gestörten Blutversorgung des Gehirns liegt. Beim Schlafen auf dem Bauch werden Gefäße zusammengedrückt, heißt es. Obwohl die Ursachen noch im Dunkeln liegen, können Eltern auf einfache Art und Weise gleich mehrere Risikofaktoren des Kindstodes ausschalten: Indem sie ihr Kleines in einen Schlafsack legen. Darin liegt das Kind auf dem Rücken, die Decke kann ihm nicht übers Gesicht rutschen, und es wird gewärmt, aber nicht überhitzt. Vor allem Kinder, die auf dem Bauch schlafen, sind gefährdet, wie Statistiken zeigen.

"Vor 20 Jahren hat man noch die Bauchlage empfohlen", so Rosenecker. Dadurch sollte verhindert werden, dass ein Kind im Schlaf an Erbrochenem ersticke. "Aus heutiger Sicht ist dieser Rat völlig falsch", betont der Mediziner. Ein weiterer Risikofaktor, den der Schlafsack beseitigt, ist eine Überwärmung des Babys durch zu dicke Decken. Auf Kissen und weitere Decken, aber auch auf übergroße Kuscheltiere, die die Atemwege des Kindes verlegen könnten, sollte man verzichten, sagt Rosenecker. Mehrere Krankenhäuser in Deutschland betten Säuglinge inzwischen in Schlafsäckchen. "Wir wollen ja auch Vorbild sein", so der Arzt. Ein Verein hat der Haunerschen Kinderklinik 500 Schlafsäcke gespendet. Freilich kann der Schlafsack nicht alle Risiken ausschalten. Wichtig ist auch die richtige Raumtemperatur, "am besten 18 Grad Celsius". Das Kind sollte zudem im eigenen Bett und nicht in dem der Eltern liegen. Denn auch hier kann es zur Überwärmung kommen. Rosenecker ermahnt Eltern zudem, in der gesamten Wohnung nicht zu rauchen. "Sonst steigt das Risiko für das Kind beachtlich an."

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