Schutz der Chinesischen Mauer

- Peking - Zum Schutz der Großen Mauer bei Peking sind erstmals umfassende Vorschriften in Kraft getreten, die Touristen künftig den Besuch von verfallenen Teilen verbieten sollen. Ihnen drohen Geldstrafen zwischen 200 und 500 Yuan (21 bis 54 Euro), wie aus der Sonntag vorliegenden Anweisung der Stadtregierung hervorgeht.

<P>In ihre Zuständigkeit fallen 629 Kilometer des viel besuchten Bollwerks, das zu den bedeutendsten Bauwerken der Menschheit gehört. Lokale Gemeinden sollen demnach Dorfbewohner organisieren, die geschlossene Bereiche der Mauer patrouillieren werden. An den Teilen, die die Gemeinden nicht für Touristen öffnen, dürfen keine Verkaufsstände errichtet und keine Touren mehr organisiert werden. Die Strafen dafür reichen von 1000 bis 30 000 Yuan (108 bis 3200 Euro). Die meisten Touristen besuchen ohnehin nur die renovierten Teile der Mauer in Badaling, Mutianyu und Juyongguan, doch können die Schutzvorschriften voraussichtlich das Ende von Wanderungen über abgelegene, verfallene Strecken der Mauer bedeuten.</P><P>Dem UNESCO-Weltkulturerbe droht nicht nur Gefahr durch die Touristenströme, sondern auch durch deren Müll, durch schlecht geplante Touristenattraktionen, Bauprojekte, aufdringliche Werbung sowie örtliche Bauern, die mit kleinen Kiosken und Souvenirständen ihren Lebensunterhalt verdienen. Doch berichteten Experten, die Umsetzung der neuen Vorschriften sei noch unklar.</P><P>Der World Monuments Fund (WMF) hat die Mauer nahe Peking im vergangenen Jahr auf seine Liste der 100 am meisten bedrohten Kulturstätten der Welt gesetzt. Über 6000 Kilometer reicht die Große Mauer von Jiayu Guan im Westen (Provinz Gansu) nahe der Wüste Gobi bis nach Osten ans Meer bei Shanhai Guan und nimmt von einfachen Erdwällen bis hin zu breiten Mauerteilen verschiedene Formen an.</P><P>Mit dem Bollwerk hatte sich die bäuerliche Bevölkerung der chinesischen Hochkultur von der nomadischen Hirtenkultur abgegrenzt. Der neueste Teil und bis heute am besten bewahrte Teil ist die Mauer, die während der Ming-Dynastie (1368-1644) über 100 Jahre zur Verteidigung gegen Mongolenstämme gebaut wurde.</P>

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