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Schutz vor löchrigen Zähnen

- Fluorid kann das Karies-Risiko drastisch senken. Wer den Mineralstoff regelmäßig in Zahnpasten und Speisesalz zu sich nimmt, bekommt Studien zufolge nur halb so viele Löcher. Darauf haben Experten zum Tag der Zahngesundheit in München hingewiesen.

Seit 15 Jahren ist in Deutschland der Verkauf von mit Fluorid versetztem Jodsalz erlaubt. Um drei Viertel sei im gleichen Zeitraum die Zahl der Kariesschäden bei Zwölfjährigen zurückgegangen, berichtet Hanns-Werner Hey vom Arbeitskreis für Zahnheilkunde.

Mittlerweile sind zwei Drittel des hierzulande verkauften Speisesalzes mit Fluorid versetzt. Die Zähne der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind laut dem aktuellen Gesundheitsbericht des Bundes so gesund wie nie zuvor

 Ein Zwölfjähriger hatte im Schnitt bereits an 1,2 Zähnen Karies. Damit unterschreitet Deutschland deutlich die Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation, die in diesem Lebensalter bis zu 2,0 von Zahnfäule betroffene Zähne als akzeptabel ansieht.

Bei der Entstehung der Zahnfäule Karies spielen mehrere Faktoren zusammen, wie der Zahnmediziner Professor Stefan Zimmer von der Universität Düsseldorf erklärt. Bakterien auf der Zahnoberfläche bauen Zucker zu Säure um. Geschieht das über längere Zeit, zerstört die Säure den Zahnschmelz. Dann können Bakterien einwandern und ihn von innen zerfressen.

"Die einfachste Art, Karies zu vermeiden, wäre, keinen Zucker zu essen", sagt Hey. Doch ist dies nahezu unmöglich: "Fast jedes Lebensmittel enthält Zucker." In den vergangenen 30 Jahren habe sich der Zuckerkonsum mit rund 100 Gramm pro Kopf und Tag kaum verändert, ergänzt Zimmer.

Bei der Vorbeugung vor Zahnfäule konzentrieren sich die Dentisten daher außer auf ausreichende Mundhygiene vor allem auf den Einsatz von Fluorid im Speisesalz. "Es ist die billigste Prophylaxemethode gegen Karies", betont der Zahnheilkundler Professor Thomas Marthaler von der Universität Zürich.

Nur drei bis fünf Cent müsse der Verbraucher für fluoridiertes Salz im Jahr mehr ausgeben. Damit sei diese Art der Kariesvorbeugung gerade auch für finanziell Schwächere anwendbar.

Genau das hält der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dietmar Oesterreich, für besonders wichtig. Denn: Die Zahngesundheit hängt stark mit der sozialen Stellung und dem Bildungsniveau zusammen.

Fluorid-Salz ist indessen nicht nur preisgünstig, sondern auch einfach anzuwenden. Keinesfalls müsse man zu diesem Zweck mehr Salz essen, sagt Hey.

Es reiche völlig aus, die Speisen wie gewohnt zu würzen, nur eben mit fluoridiertem Salz. "Selbst nach dem Herunterschlucken ist die Konzentration im Speichel noch ausreichend für die Karies-Prophylaxe", so Zimmer. 

Wer sein Mittagessen allerdings regelmäßig in der Betriebskantine einnimmt, kann davon nicht profitieren. Denn fluoridiertes Salz darf in Deutschland nur in Haushaltspackungen verkauft, in Großküchen dagegen nur mit einer Sondergenehmigung verwendet werden.

Bisher ist Fluorid-Salz hierzulande nämlich nur aufgrund einer Ausnahmegenehmigung erlaubt. Die Europäische Union arbeitet derzeit allerdings an neuen Regelungen zum Zusatz von Mineralstoffen und Vitaminen in Lebensmitteln.

Wahrscheinlich wird der Zusatz von Fluorid zu Speisesalz bald grundsätzlich gestattet sein.

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