Schwere Gutachterkost

- Die bayerischen Rektoren und Hochschulpräsidenten haben gestern Abend mit Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) und Vertretern der "Mittelstraß- Kommission" zu Abend gegessen. Es war in vieler Hinsicht eine schwer verdauliche Kost - ging es doch um die künftige Hochschullandschaft Bayern, für die als Marschroute Schwerpunktbildungen, Zusammenarbeit (auch mit Forschungsstätten außerhalb der Unis und Fachhochschulen) und Zusammenlegungen vorgegeben worden war.

<P>Alle Hochschulen hatten der Kommission eigene Vorschläge unterbreitet, sehr unterschiedlich sind die Ergebnisse ausgefallen, deren Auswertung zunächst von der Kommission bewertet und zu einem Gutachten verarbeitet wurden. Heute Nachmittag wird es - nach Diskussion im Kabinett - der Öffentlichkeit präsentiert. Das Papier wurde bis dahin selbst vor den Hochschulchefs unter Verschluss gehalten, die sich darüber beim abendlichen Arbeitsessen mit dem Minister recht verärgert zeigten. Sie hätten halt gerne vorher mehr Zeit zum Nachdenken über die Empfehlungen der Kommission gehabt, aber Goppel ließ den gesamten Verein "Universität Bayern", in dem sich alle Hochschulen zusammengeschlossen haben, kalt abblitzen. </P><P>Dabei hatten doch die Hochschulchefs die Einsetzung der "Expertenkommission Wissenschaftsland Bayern 2020 ausdrücklich begrüßt. Sie können sich freilich noch in Ruhe mit dem Papier befassen, da es ja nur Empfehlungen enthält und die für einen Zeitraum von 15 Jahren. Manches in der geplanten Reform der bayerischen Hochschullandschaft wird do nicht so heiß gegessen werden, wie es gekocht wurde. Durchgesickert sind übrigens bisher nur einige Empfehlungen der Kommission für die Medizinfakultäten in Bayern (s. Bayernteil). Dreizehn Mitglieder hat die Kommission, die nach ihrem Vorsitzenden, Jürgen Mittelstraß Philosoph an der Uni Konstanz) benannt worden ist. Ihr gehören auch der Züricher Chemie-Nobelpreisträger Richard Ernst und der frühere Präsident der Stanford-Universität, Gerhard Casper an.</P>

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