Ein schwieriger Weg zur Doktorwürde

- Auch Fachhochschul-Absolventen können ihren Doktor machen. Und werden dazu ausdrücklich ermuntert. Etwa von der Hochschulrektorenkonferenz, die beschlossen hat, dass FH-Absolventen während ihrer Promovierung besonders gefördert werden sollen. Zwar ist die Promotion nicht an der FH selbst möglich, aber die Universitäten lassen besonders befähigte FH-Absolventen zur Promotion zu. Die Doktoranden müssen neben guten Noten eine Empfehlung der FH mitbringen.

Das bayerische Wissenschaftsministerium gibt die Regeln vor, und die Fakultäten der Hochschulen haben ihre Promotionsordnungen, wie Luise Dirscherl, Pressesprecherin der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), erklärt. Die Bedingungen, unter denen die Fakultät einen Promotionsstudenten akzeptiert, sind also an jeder Hochschule unterschiedlich und auch von Fakultät zu Fakultät verschieden.

Generell sind wichtig und ausschlaggebend sind als erstes die Noten. So wird beispielsweise an der LMU für Betriebswirtschaft oder auch in der Fakultät für Sozialwissenschaft eine FH-Diplomnote von mindestens 1,5 verlangt.

An der TU München müssen die Promotions-Aspiranten zu den zehn Prozent der Jahrgangsbesten gehören. Edmund Cmiel, der das Studentenservice-Zentrum an der TU leitet, nennt weitere Voraussetzungen: "Eventuell müssen sie eine Wissensstandsprüfung ablegen, um aufzuzeigen, ob ihre Leistungen äquivalent sind mit denen der Uni-Studenten." Oder die Bewerber müssen anhand von Studiennachweisen aufzeigen, welchen Lernstoff sie intus haben. Unter Umständen müssen die Doktoranden in spe auch Fächer belegen, die an der Fachhochschule nicht angeboten wurden, und so den für die Promotion wichtigen Lernstoff nachholen.

An der Universität Erlangen-Nürnberg können zum Beispiel Diplom-Ingenieure (FH) der Kunststofftechnik nach einer fünfjährigen Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter eine Promotion anstreben. Oder sie können nach einem Abschluss zum Master of Sciences in Chemical Engineering und Material Science direkt eine Promotionszulassung erhalten.

Im Gespräch den Bewerber kennen lernen

Bei Absolventen eines FH-Architektur-Studiums stellt die TU München in einem Orientierungsgespräch die Eignung des Bewerbers fest; außerdem muss er mündliche oder schriftliche Pflichtprüfungen aus der Diplomvor- und Diplomhauptprüfung absolvieren. Ferner müssen natürlich alle Doktoranden einen Doktorvater, also einen Betreuer für die Doktorarbeit, finden.

Die Zahl der FH-Absolventen mit Promovierungsambitionen ist überschaubar. Von 2000 bis 2003 haben nur 220 FH-Absolventen an deutschen Unis promoviert. An der LMU waren im Wintersemester 2004/05 insgesamt 38 FH-Absolventen zum Promotions-Studium eingeschrieben.

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