Großer Test

So gut ist der Science-Fiction-Hammer Halo 4

New York - Der Ego-Shooter „Halo 4“ von Microsoft für die Konsole Xbox 360 ist auf bestem Weg, der vielleicht erfolgreichste Titel der Unterhaltungsindustrie in diesem Jahr zu werden. Zum Test.

Das Science-Fiction-Spiel bescherte Microsoft innerhalb von 24 Stunden nach Erscheinen weltweit Einnahmen von mehr als 220 Millionen Dollar (173 Millionen Euro). In der ersten Woche könnten es 300 Millionen werden, wie Microsoft mitteilte. Mal sehen, wie lange dieser Ruhm hält. Mit „Call of Duty - Black Ops II“ ist bei Activision am Dienstag der nächste potenzielle Blockbuster erschienen. Sein Vorgänger „Call of Duty: Modern Warfare 3“ spielte im vergangenen Jahr am ersten Tag 400 Millionen Dollar ein.

„Aufwachen Chief!“ Es dauert ein bisschen, bis dieser Satz fällt, aber er kommt. In „Halo 4“, dem Vorzeige-Ego-Shooter von Microsoft, der nur für die Xbox 360 erscheint, macht sich der „Master Chief“, der Supersoldat, den nichts und niemand aufhalten kann, wieder auf, Außerirdische zu bekämpfen.

Auftakt zu drei neuen Spielen

Fans der Spiele-Serie, die es schon seit 2001 (in den USA) gibt, dürfen sich freuen. Mit „Halo 4“ erfährt das vom neuen Studio 343 Industries entwickelte Spiel eine echte Wiederbelebung. Es ist zudem der Auftakt zu insgesamt drei neuen Spielen: der „The Reclaimer Trilogy“.

„Halo 4“ beginnt einige Jahre nach den Ereignissen in dem 2007 erschienenen „Halo 3“, in dem sich der Master Chief im Weltraumfrachter „Forward Unto Dawn“ in einen Tiefschlaf versetzen ließ. Seine Begleiterin, die Künstliche Intelligenz Cortana, weckt ihn auf, weil sie fremde Wesen in dem Frachter bemerkt hat. Wie gewohnt, gibt es keine langen Dialoge. Die kleinen fremden Wesen müssen erledigt werden. Später bekommt man es auch noch mit deutlich größeren Herausforderungen in Form der Promethaner zu tun.

Komplexe Story

Die Story ist recht komplex und vereint einige Elemente aus dem größeren Halo-Universum wie etwa Comics und hält in der rund zwölfstündigen Kampagne, die sich in verschiedenen Schwierigkeitsgraden spielen lassen, einige Überraschungen bereit. Man erlebt den Master Chief und Cortana in ganz neuen Szenarien, die sie menschlicher als je zuvor machen.

Das Tempo ist eine der größten Stärken des Spiels. Schlachten aus der Ego-Shooter-Perspektive wechseln mit Kämpfen in Fahrzeugen oder Fluggeräten ab. 343 hat hier die perfekte Balance gefunden. Gerade dann, wenn man das Gefühl bekommt, jetzt müsse nach dem First-Person-Shooter mal etwas Abwechslung her, steht ein Scorpion-Panzer bereit. Nach einer Runde über das Schlachtfeld, wenn gerade wieder mal die Munition fehlt, kann man dann in einen Pelican-Truppentransporter umsteigen und von oben für Verwüstung sorgen.

Waffen von Menschen und Außerirdischen

Die Waffen sind mit das Beste, was es in der Serie bislang gab. Im Arsenal sind Waffen von Menschen und Außerirdischen, die alle so ihre Eigenarten haben und etliche Optionen im Kampf bieten. Die Vielzahl an Waffen und Fahrzeugen ist atemberaubend.

Die Feind-KI ist herausfordernd, auch in den niedrigen Schwierigkeitsstufen. Die Steuerung geht flüssig von der Hand. Es gibt eine vielseitige Multiplayer-Optionen mit zehn integrierten Karten, hinzu kommt eine eigenständige „Spartan Ops“-Kampagne. Wer schon nicht mehr an die „Halo“-Serie geglaubt hat, wird mit „Halo 4“ eines Besseren belehrt: Der Master Chief ist wieder da.

Das von 343 Industries entwickelte und bei den Microsoft Studios für die Xbox erschienene Science-Fiction-Epos „Halo 4“ kostet knapp 60 Euro. Es ist freigegeben ab 16 Jahren.

John Kosik

Rubriklistenbild: © Microsoft

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