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Verbraucher werden im Supermarkt häufig getäuscht. Das belegt eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg.

Riesen-Schwindel im Supermarktregal

Hamburg - „Meeresfrüchtecocktail“ ohne Meeresfrüchte, Schafskäse aus Pflanzenfett und Putensalat ohne Putenfleisch: Verbraucher werden im Supermarkt nach Strich und Faden hinters Licht geführt.

Das hat die Verbraucherzentrale Hamburg  in einer neuen, schockierenden Studie enthüllt. Bei zahlreichen Lebensmitteln sind eben jene Zutaten nicht enthalten, die der Name des Produkts vorgaukelt. Und zu erkennen ist die Täuschung auf den ersten Blick so gut wie gar nicht.

Ein Lügendetektor „würde im Supermarkt ständig ausschlagen“, heißt es in der Mitteilung der Zentrale. Grund für den Schwindel ist nach Angaben von Bild online, dass Imitate deutlich billiger sind als die Original-Zutaten. Die "Plagaiat-Falle" schnappt dabei nicht nur bei preiswerteren Produkten zu, wie Welt online meldet.

Betroffen sind unter anderem:

- Wasabi (japanischer Meerrettich) Erdnüsse von Lorenz ohne japanischen Meerrettich. Geschmack: Spirulina-Konzentrat, Aroma, Geschmacksverstärker und Farbstoff, Erklärung: Algenkonzentrat.

- Mini Keks Bolde „Schoko“, Biscuits Delacre (auf der Packung steht „Schoko 4x6 Kekse) ohne Schkoladenfüllung im Keks. Stattdessen Kakaocremefüllung mit billigem Schokoladenimitat, das u.a. aus fettarmem Kakaopulver (3,7%), Zucker und gehärtetem Pflanzenfett hergestellt wird.

- Combi Weiß in Salzlake 50% Fett, EfeFirat Feinkost GmbH mit Bild eines Schafskäses auf der Packung ohne echten Schafskäse aus Schafsmilch. Stattdessen: Analogkäse, der wie Schafskäse aussieht: Billiges Pflanzenfett ersetzt Milchfett, Magermilch aus Kuhmilch statt Schafsmilch wird als weitere Zutat verwendet.

- Surimi-Garnele ohne echte Garnele. Stattdessen: Krebsfleischimitat aus Fischmuskeleiweiß geformt.

- Meeresfrüchte Cocktail mit Krebsfleischimitat, Einkauf bei Kaufhof ohne 100 Prozent Meeresfrüchte wie Muscheln, Garnelen, Tintenfische etc. Produkt ist mit billigem Surimi (Krebsfleischimitat aus Fischmuskeleiweiß) gestreckt.

- Du darfst Putensalat mit Joghurtdressing, Unilever Deutschland GmbH ohne Putenfleisch. Enthalten sind zusammengefügte Fleischreste: Das Fleisch im Produkt besteht nur zum Teil aus gewachsenem Putenfleisch, dazu kommt Form-Putenfleisch und das noch billigere Form-Hähnchenfleisch

- Fol Epi Nuss, Fromageries Rambol (mit Bild von Käse auf der Packung) ohne echten Käse. Die sogenannte Schmelzkäsezubereitung besteht nur zu 65% aus Käse , ist zusätzlich mit Zusatzstoffen wie Schmelzsalzen (E452, E339: Phosphate) und Aromen versetzt – bei Käse nicht erlaubt.

- Mucci Vanilleeis, Aldi Nord ohne echte Vanille 100 Prozent Milchfett. Stattdessen: Überwiegend synthetisches Vanillin und Kokosfett.

- Pesto Basilico, Buitoni ohne 100 Prozent Pesto (Pesto alla genovese) mit den original Zutaten wie Pinienkernen, Olivenöl Parmesan und/oder Pecorino. Stattdessen Olivenölanteil laut Zutatenliste unter zwei Prozent, minderwertiges Cashewkernpulver statt Pinienkernen (unter zwei Prozent) und kostengünstiger Hartkäse ersetzt zu Dreiviertel den Wert gebenden Pecorino.

- Hähnchenschnitten Wiener Art, Vossko-Tiefkühlkost GmbH ohne Hähnchenschnitzel aus einem Stück gewachsenem Fleisch. Stattdessen: Verschnitt von kleinen Stücken aus Hähnchen- und Putenfleisch.

- Bio-Vollkorn-Toastbrötchen, Proback GmbH ohne Vollkorntoast-Brötchen mit Vollkornmehl hergestellt. Stattdessen: Statt Prozent Vollkornmehl im Mehlanteil wie in den Leitsätzen für Brot und Kleingebäck sind im Produkt nur 6o Prozent enthalten, gestreckt wird mit Weizenmehl, gefärbt mit Gerstenmalzsirup.

Die Verbraucherzentrale rät: “Lassen Sie Produkte im Regal liegen, die Falsches vortäuschen!“

mm

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