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Das falsche Twitter-Profil von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ( CSU ).

Nicht jeder Politiker im Internet ist echt

Berlin - Nicht alle Politiker, die sich im Internet bei Facebook, Twitter & Co. tummeln, sind auch tatsächlich echt. Einige Tipps für den Umgang mit den sogenannten “Fake“-Profilen:

Wer bei der Suchmaschine Google die Begriffe „Guttenberg“ und „Twitter“ eingibt unter anderem diesen Link zu einem Profil auf dem Kurznachrichten-Dienst „Twitter“. Vorgeblich schreibt darauf  Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ( CSU ) Interessantes aus seinem Alltag.

Zum Beispiel folgendes:

„Ich habe in den Spätnachrichten verteufelt gut ausgesehen. Graue Anzüge lassen mich seriöser aussehen. Ich sollte Angela mal einkleiden.“

oder:

„Endlich mal eine Pause. Jetzt zieh ich erst mal mein AC/DC T-Shirt an und spiele ein Runde Luftgitarre. Das macht Laune.“

Wer sich jetzt ob dieser seltsamen Nachrichten noch nicht wundert, ob unter dem Profil wirklich der echte Bundeswirtschaftsminister „twittert“, sollte mal einen Blick auf das Profilbild von „ktv_guttenberg“ werfen (siehe Foto): Es zeigt zu Guttenbergs Kopf mit einer schlecht aufs Foto montierten Kapitänsmütze.

Klarer Fall: Hier twittert nie und nimmer der echte Bundeswirtschaftsminister. Es handelt sich um ein Fake-Profil - eine Fälschung. Aber nicht jedes falsche Politiker-Profil auf twitter lässt sich derart einfach als solches entlarven.

Wie erkenne ich, ob ein Politiker-Profil echt ist?

Die sicherste Methode ist, sich zunächst die offizielle Homepage eines Politikers oder einer Partei anzusehen, die in jedem Fall ein vollständiges Impressum haben sollte. Wenn dort ein Link etwa auf ein studiVZ- oder Twitter-Profil angegeben ist, dann steht dahinter auch tatsächlich der echte Politiker. Fehlt dort aber zum Beispiel der Link zu Twitter und trotzdem gibt es jemanden, der im Namen des Politikers twittert, ist davon auszugehen, dass man es mit einer Fälschung zu tun hat.

Warum gibt es diese Fakes (Fälschungen)?

Überwiegend stecken mit Sicherheit Spaßvögel dahinter, die entweder einen Politiker mit sportlichem Eifer “nachahmen“ oder ihn aufs Korn nehmen wollen. In Einzelfällen kann aber auch die politische Konkurrenz am Werk sein. Das ist nichts Ungewöhnliches bei neuen Medien, mit denen Bürger noch nicht so vertraut sind. Vor einer Wahl in dem westafrikanischen Land Ghana zum Beispiel versandten Politiker beziehungsweise deren Helfer per Handy SMS im Namen ihrer Gegner und teilten darin mit, dass sie sich “zu schwach“ für eine Kandidatur fühlten.

Kann man gegen die Fälschungen etwas unternehmen?

Das hängt davon ab, was die Internet-Plattformen in ihren Geschäftsbedingungen zu der Thematik festgelegt haben. Meist können Nutzer angeblich gefälschte Profile melden, und der Betreiber sperrt oder löscht sie dann nach einer Überprüfung. Das größte deutsche Online-Netzwerk studiVZ zeigt auf seiner Sonderseite “Wahlzentrale“ sogar ausschließlich vorab geprüfte Politiker-Profile an. Schwieriger wird es, wenn echte Profile “gehackt“ werden - also zum Beispiel ein Fälscher das Passwort rät und dann in Namen der Politikerin oder des Politikers unsinnige oder böswillige Mitteilungen verfasst.

Haben es Fake-Profile zu Berühmtheit im Internet gebracht?

Als besonders trickreich erwies sich die Fälschung des Satiremagazins “Titanic“, die im Namen des hessischen SPD - Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl, Thorsten Schäfer-Gümbel , twitterte. Als dieser den Fake entdeckte, versah er sein eigenes Profil mit dem Zusatz “Das Original“ - woraufhin die Fälscher ihres “Der Echte!“ nannten. Bei Twitter war auch zeitweise der Dalai Lama mit buddhistischen Kurz-Weisheiten vertreten - ebenfalls eine Fälschung.

Und rund 3500 Anhänger zählt dort der SPD -Parlamentarier Jakob Mierscheid. Er ist sozusagen eine doppelte Fälschung, denn einen echten Mierschied gibt es im Bundestag gar nicht. Zumindest hat ihn noch keiner gesehen.

fro/dpa

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